Welche Journalistenfragen ich 2021 vermisst habe

Es gab im ausgehenden 2021 durchaus ein paar Fragen, von denen ich mir gewünscht hätte, dass sie von mehr Journalisten gestellt bzw. mit breiterer medialer Aufmerksamkeit behandelt worden wären.

Also, ich habe diese Fragen und finde mich von vielen klassischen Medien nicht gut bzw. nur eingeschränkt und unvollständig informiert. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Und natürlich hatte es Journalisten, welche diese Fragen stellten; diese aber eher in Nischen und nicht mit der erforderlichen Reichweite für einen echten gesellschaftlichen Diskurs.

  • Wieso verlassen im Jahr 2021 die meisten Abiturienten die Schule ohne Grundlagenwissen über Marktwirtschaft & Finanzanlagen, den Unterschied zwischen relativer & absoluter Häufigkeit sowie Wirkungsmechanismen des Impfens? (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel)
  • Wieso lamentieren Krankenkassen über gestiegene Ausgaben und notwendige Beitragserhöhungen, während sie zum Teil gleichzeitig wirkungslose homöopathische Behandlungen finanzieren?
  • Wenn wir „der Wissenschaft mehr folgen“ sollen, warum folgt Deutschland stattdessen störrisch einer blinden, irrationalen Anti-Atomkraft Ideologie, während sich nicht nur der Stand der Wissenschaft und Technologie fundamental weiterentwickelt haben, sondern auch die Berichte des Weltklimarates wiederholt die Kernenergie ausdrücklich als Übergangstechnologie empfehlen?
  • Wenn von allen Bürger erwartet wird, zugunsten des „Kampfes gegen den Klimawandel“ Opfer zu bringen und auf liebgewordenen Gewohnheiten zu verzichten … darf man es nicht auch von ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ erwarten, auf ihre altbackene, 40-Jahre-alte, ihnen so lieb gewordene pauschale Ablehnung der Kernenergie zu verzichten?
  • Übrigens, wieso wird die Empfehlung des Weltklimarates für die Kernenergie medial nicht stärker präsentiert? Wieso werden bei jedem neuen Bericht des Weltklimarates, vor allem mögliche Katastrophenszenarien herausgepickt und berichtet … und so gut wie nie die ebenfalls enthaltenen positiven Aspekte und ausgewogenen Betrachtungen? Wieso orientieren sich viele Medien vor allem an den Interpretationen des Berichtes durch radikalökologische Lobby- und Aktivistengruppen statt am eigentlichen Bericht selber?
  • Wieso hinterfragt niemand das Narrativ von der Tötungsmaschine Klimawandel, während der Bericht des Weltklimarates etwas anderes sagt, und zu einer in Summe positiven Bilanz kommt? (= Klimawandel wird weltweit Menschenleben retten als kosten)
  • Wieso werden in Medien mit größerer Reichweite wiederholt (und gefühlt wachsend) lobbyistische Aktivisten als „Fachexperten“ hinzugezogen und als solche referenziert? Wieso gibt es hier keine internen Qualitätskriterien und eine konsistente Überprüfung derselben?
  • Wieso bekommt eine radikale Splitter-Aktivistentruppe wie die ‚Deutsche Umwelthilfe‘ eine überproportionale mediale Aufmerksamkeit? (von denen schafft es gefühlt jeder Pups unreflektiert ins Heute-Journal)
  • Warum lassen sich gestandene erwachsene Menschen und demokratisch legitimierte Verantwortungsträger von einer aggressiven Spätpubertären (Greta T.), die selber nie die Verantwortung für Konsequenzen tragen muss, bei einer Podiumsdiskussion öffentlich beschimpfen und vorführen?
  • Warum schenken deutsche Medien dem Youtuber Rezo wiederholt eine breite mediale Aufmerksamkeit und tragen damit kostenlos zur Aufwertung seiner „Marke“ bei, obwohl er nur eine von tausenden von völlig überbewerteten, halbwissen-glänzenden Youtube-Heißluftpistolen ist, die behaupten für ihre Generation zu sprechen?
  • Wieso werden Pläne der EU-Kommission im Rahmen ihres „Fit for 55“-Programmes nicht medial breiter betrachtet, welche nach heutigem Stand dazu führen werden, dass Hausbesitzer ab 2025 nur noch Wärmepumpen als Heizsystem verbaut werden dürfen (also auch vorhandene Gas/Pellet/Öl-Bestandsheizungen nicht mehr erneuert werden dürfen)? Wieso werden die zunehmenden Übergriffigkeiten einer supranationalen Institution, die sich nicht dem Grundgesetz und den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet sieht, nicht medial mehr kritisch betrachtet und diskutiert?
  • Wieso widerspricht niemand dem Narrativ der höheren Verkehrssicherheit durch generelle Geschwindigkeitsbeschränkungen (z.B. auf Autobahnen), obwohl Daten/Fakten etwas anderes sagen?
  • Wieso wird von Demonstranten gegen Regierungsmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung erwartet, dass sie sich von gewaltbereiten und die bundesrepublikanische Grundordnung ablehnenden Elementen in ihren Reihen distanzieren bzw. am Besten gleich auf ihr Demonstrationsrecht verzichten und „zu Hause bleiben“ … aber nicht von ‚Fridays for Future‘ und vielen linkspositionierten Demonstrationen, die am selben Problem der Infiltration und Missbrauchs durch Extremisten und Gewalttäter bzw. mangelnder Abgrenzung zu diesen leiden?
  • Wie konnte es passieren, dass ausgerechnet ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ sich zur aktiv diskriminierensten Partei der Bundesrepublik Deutschland entwickelt haben? (Reduktion von Menschen auf Hautfarbe, Alter und Geschlecht)
  • Wieso wird die grüne Hybris des Weltrettungsauftrages journalistisch/medial nicht kritischer und intensiver hinterfragt, vor dem Hintergrund, dass 86% der Wähler ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ und ihre Politik nicht gewählt haben?
  • Wieso verursachen Aussagen wie „wo wir (…) an die Schalthebel der Macht kommen, werden wir nicht mehr verhandeln“ und „wir (…) haben einen klaren Auftrag, der größer ist als unser Ergebnis“ keinen medialen Aufschrei? Wie wäre die Reaktion gewesen, wenn die Aussage von Alexander Gauland oder Björn Höcke gekommen wäre … und nicht wie tatsächlich von Sandra Detzer, Landeschefin der Grünen in Baden-Württemberg, und Britta Haßelmann, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, nach der Bundestagswahl 2021?
  • Wieso fühle ich mich nach Formulierung der vorangegangenen Frage verpflichtet, richtigzustellen, dass ich persönlich definitiv kein Sympathisant von Alexander Gauland bin? (und von Herrn Höcke schon gar nicht!)
  • Wie kann es sein, dass Deutschland nach 2-Jahren Corona immer noch über keine echte Pandemie-Strategie verfügt? Wie kann es sein, dass sich die politisch Verantwortlichen heute – genauso wie am Anfang von 2 Jahren – von Woche zu Woche ohne echten Plan durchhangeln?
  • Wie könnte man den Menschen verständlich machen, dass das politische Versagen der Verantwortlichen, keine konsistente und langfristige Pandemie-Strategie hinzukriegen, von den Bürgern durch wiederholte Einschränkungen ihrer Grundrechte bezahlt werden muss?
  • Wieso lässt man den politisch Verantwortlichen nach 2 Jahren Pandemie und Wissenszuwachs die Ausrede durchgehen, dass man immer noch nicht langfristig planen könne?
  • Wieso waren zu Ostern Serienflüge in geschlossenen Stahlröhren nach Malle erlaubt … aber Gottesdienste in großräumigen Kirchen zum zentralen Fest der Christenheit nicht?
  • Wieso sind nach über 2 Jahren(!) Pandemie die Gesundheitsämter immer noch nicht digitalisiert, obwohl, dies bereits sehr früh als Flaschenhals identifiziert wurde?
  • Wenn Doppel-Geimpfte bereits nach 3 Monaten einen zusätzliche Test für Restaurantbesuche brauchen, weil die Impfung nicht mehr vollständig schütze … durch welche wissenschaftlichen Daten ist diese Freiheitseinschränkung ausreichend gerechtfertigt? … widerspricht dies der Datenlage der Impfstoff-Zulassung? … verlängert die Booster-Impfung den Impfschutz dann ebenfalls nur um 3 Monate? … braucht es dann zukünftig eine Auffrischungsimpfung pro Quartal?
  • Wieso sollen die Menschen davon ausgehen, dass die politisch Verantwortlichen, den „Kampf gegen den Klimawandel“ und die „Energiewende“ besser managen würden, obwohl diese Aufgabe exponentiell komplexer ist als eine Pandemie-Strategie, die sie nicht auf die Reihe kriegen?
  • Mein persönliches Highlight dieses Jahres: Wie zum Henker konnte jemand Heiko Maas zum Außenminister machen?
  • Last not least … mein persönlicher Evergreen: Was bitte ist diese „Zivilgesellschaft“, von der alle reden? Und wie unterscheidet sie sich von der ’normalen‘ Gesellschaft?

Ich will für das kommende 2022 die Hoffnung nicht aufgeben, dass die journalistische Qualität sich zum besseren entwickelt, und diese Fragen (sowie wie viele andere) stärker gestellt werden.

Welche Fragen hätten Ihrer Meinung nach mehr gestellt werden sollen?

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