Don´t go Schiphol!

Nachdem ich vor kurzem gelernt habe, dass nette Tipps unter Kollegen neuerdings „Work-Hacks“ heißen, will ich es mir nicht nehmen lassen, auch einmal einen Work-Hack beizutragen.

Also, hier kommt’s …

Bei Business-Flügen mit Zwischenstopp wird immer wieder auch Amsterdam Schiphol als Umsteigeplatz angeboten. Schiphol ist eines der grössten europäischen Drehkreuze für Flugdestinationen weltweit.

Aber wenn Sie Amsterdam-Schiphol als Umsteigeplatz vermeiden können … tun Sie es!

Tranfers @Schiphol wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.

  1. Das Flugfeld ist riesig, und zwischen Landebahn und Gate kurvt der Flieger nach der Landung immer locker 15-20 Minuten durch das niederländische Flachland.
  2. Der Flughafen ist riesig, und Ankunft- und Abflug-Gates sind offenbar grundsätzlich an den jeweils entgegengesetzten Ecken arrangiert.
  3. Zu allem Überfluss muss man im Transfer auch nochmals durch eine Sicherheitskontrolle. Wenn’s blöd läuft, stehen da 500 Touristen mit großem Gepäch, wie mir schon einmal passiert.
  4. Anschlussflüge warten nicht. Dafür werden am Großflughafen Schiphol einfach zu viele Starts abgewickelt. Das ist eng getaktet.

Ich habe es mal kurz überschlagen. Zeitbedarf für Transfer = 15-20 Minuten für’s Cruisen auf dem Rollfeld + 10-20 Minuten fürs Offboarden (je nach Sitzplatz) + 15-30 Minuten Rennen (je nach Konstitution) + 5+x Minuten Sicherheitskontrolle + 2-10 Minuten Rennen zum Abflug-Gate … und die (frühere) Boarding-Time ist noch gar nicht berücksichtigt. Fazit: Bei Transferzeiten unter einer Stunde rennt man … weit! … und wenn der Flieger nur etwas verspätet ist, verpasst man in der Regel seinen Anschluss.

Also: Don’t go Schiphol!

Und es beschwer‘ sich keiner, ich hätte nichts gesagt …

Über Life-Hacks und Work-Hacks

„Live-Life-Hacks“ von Markus Rohwetter in der ZEIT #09 2017. Genial geschrieben, nichts hinzuzufügen, macht Spaß, zu lesen. Ich erlaube mir, zu zitieren …

Jede Zeit hat ihre Floskeln. Und wenn Sprachforscher die 2010er Jahre irgendwann einmal auf ihre Worthülsen hin untersuchen sollten, stoßen sie sicherlich auf Hacks. Inspiriert von der gesellschaftlichen Leitfigur des Hackers, umschreibt das Hacken eine Tätigkeit, die vorher noch nie getan wurde. Zumindest nicht so. Oder unter dieser Bezeichnung. Bei Life-Hacks zum Beispiel.

Man kann ein zerknittertes Sakko in den aufsteigenden Wasserdampf eines heißen Duschbades hängen, damit die Falten rausgehen. Das ist ein Life-Hack. Irre, oder? Hätte Großmutter das empfohlen, wäre ihr gut gemeinter Rat als „Omas Haushaltstipp“ belächelt und ignoriert worden. Als Life-Hack jedoch ist er sehr nützlich. Nicht zu verwechseln sind Life-Hacks übrigens mit Live-Hacks, wo Hacker live, also in Echtzeit, etwas hacken. Live-Life-Hacks sind durchaus möglich. Wenn Sie zum Beispiel einem Hacker zuschauen, der genau in diesem Moment sein zerknittertes Sakko in eine Dusche hängt, dann ist das einer. Ja, die Zeiten sind aufregend.

Natürlich gibt es noch viele andere Hacks. Über Work-Hacks werden sogar schon Bücher geschrieben. Man kann im Büro bunte Post-its mit seinen Gedanken vollschreiben und an die Wand kleben. Oder sich mit den Kollegen kurz im Stehen besprechen, statt sich hinzusetzen. Work-Hacks setzen disruptive Energien frei und erschließen Kreativitätspotenzial.

Dass zur guten Arbeit gutes Essen gehört, hat sich auch herumgesprochen und ist ebenfalls ein Work-Hack. Und natürlich regieren auch in Küchen und Kantinen längst die Hacker. Nicht jene Menschen, die das Betriebssystem eines Thermomix tunen können. Sondern Leute, die wissen, wie man Blätterteig macht. Wahnsinn. Ein Food-Hack der Premiumklasse. Ebenso wie der, dass man ein Dutzend Marshmallows gleichzeitig grillen kann, wenn man sie auf die Spitzen einer Laubharke steckt. What a time to be alive.

Markus Rohwetter, DIE ZEIT, Ausgabe 9/2017 v. 23.02.2017

Mein Motto für 2017

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.

Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Flieger und Schriftsteller


 

Ich weiß, nicht jeder sieht dieses Motto positiv.

Selbstredend reicht Sehnsucht alleine nicht.

Natürlich braucht es gutes Holz, vernünftiges Werkzeug, eine klare Aufgabenverteilung, einen Plan und vieles mehr.

Und ja, auch ich kenne leider mehr als genug Heißluftpistolen in Führungsverantwortung, die zwar tolle Visionen (= Sehnsüchte) beitragen … aber das war es dann auch schon.

 

Mit geht es darum, dass es mir selber leider immer wieder passiert, mich im Alltag von strategischen oder projektbezogenen Planungen im ‚Klein-klein‘ zu verlieren, und das sogenannte „Große Ganze“ aus dem Blick zu verlieren.

Aber es ist sehr wichtig, dieses „Große Ganze“. Es ist das eigentliche Ziel. Nicht die Einhaltung des Projektplanes oder von KPIs, das sind nur Baustoffe und Werkzeuge. Aber sie werden im Alltag leider oft zum Selbstzweck. Doch nicht das Holz ist das Ziel, auch nicht das Schiff. Das Ziel ist die Möglichkeit auf und über das Meer zu fahren.

Es geht um Motivation. Darum, Menschen, Mitarbeiter, Kollegen, mitzunehmen. Sie nicht einfach Aufgaben erledigen zu lassen, sondern sie aktiv an einer spannenden, vielversprechenden und gemeinsamen Sache zu beteiligen.

Die „Sehnsucht“ von der Saint-Exupéry spricht, steht für mich für (Vor)Freude, Begeisterung und Identifikation. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese „Sehnsucht“ es schafft, gemeinsam nicht nur die notwendigen Aufgaben zu erledigen …

… sondern eine ausgezeichnete Leistung und echte Innovation abzuliefern. Mehr als es die beste Projektplanung je könnte.

 

 

Meine Arbeitseinstellung

Vor kurzem bekam ich von einem neuen Vorgesetzten ein nettes Lob. Er habe von vielen Leuten schon viel Gutes über mich gehört. Das ist doch mal ein guter Start in eine neue Zusammenarbeit! Fühlt sich gut an … und irgendwie nach“viral marketing“. 😉

Das Erlebnis hat mich aber auch ins Nachdenken gebracht, was Kollegen dazu bringen könnte, sich wertschätzend über mich zu äußern. Hat meine berufliche Grundeinstellung etwas damit zu tun?

 

1. Tu es richtig, oder lass es bleiben.

Alte Pfadfinderkrankheit. Ich versuche immer alles zu geben und so gut wie mir möglich zu erledigen. Ich möchte das was ich tue richtig tun, nicht halb. Vom kleinsten Task bis zur großen Strategieentwicklung. Das ist eine meiner Quellen der Zufriedenheit.

 

2. Tu etwas für Andere.

Ich unterstütze ganz bewusst und aktiv Kollegen. Gerne auch kurzfristig oder spontan, wenn es nötig ist. Das liegt nicht daran, dass ich sonst nichts zu tun  hätte. Ganz im Gegenteil. Es braucht dabei sicher auch eine gesunde Balance mit den eigenen Verpflichtungen. Und manchmal geht es auch nicht sofort jetzt gleich. Doch wenn ich merke, dass echte Not am Mann (oder der Frau) ist, versuche ich es mir einzurichten, und möglichst zeitnah zu unterstützen. In meiner persönlichen Aufwand-Nutzen-Bilanz schneidet das deutlich positiv ab. Denn, „together we achieve more.“

 

3. Mach‘ das Leben nicht komplizierter als es ohnehin schon ist.

Ich sehe keinen Sinn oder Mehrwert darin, Dinge zu komplizieren. Kostet nur Zeit, Nerven und Produktivität. Also strebe ich möglichst einfache, pragmatische, konstruktive und – wenn möglich – gemeinsame Lösungen an. Und ich bin bereit, mich auf sinnvolle Lösungsvorschläge von Kollegen einzulassen, auch wenn ich selber vielleicht eine andere Idee habe. Viele Wege führen nach Rom! Klar widerspreche ich auch einmal oder kämpfe für die eigene Idee, wenn es mir inhaltlich notwendig erscheint. Aber ansonsten sehe ich keinen Grund, Anderen ohne substanziellen Mehrwert das (berufliche) Leben schwerer zu machen.

 

4. Schätze andere wert.

Ich habe Kollegen immer schon gerne positives Feedback gegeben. Untergebenen, Gleichgestellten  und Vorgesetzten. Es ist total schön, zuzuschauen, was dann mit dem Menschen passiert. Probieren Sie es einmal! Kein Schleimen … einfach nur sagen, wenn man ehrlich der Meinung ist, dass jemand etwas gut gemacht hat oder etwas gut gelaufen ist. Weitere Möglichkeiten, seine Wertschätzung zu zeigen sind, das man Andere nicht warten lässt (beispielsweise bei Meetings), sich offen auf Vorschläge und Ideen einlässt und für das andere Teammitglied da ist, wenn er oder sie einmal kurzfristig Unterstützung braucht. Das tolle ist: je mehr (ehrliche und ehrlich empfundene) Wertschätzung man gibt, desto mehr bekommt man selber zurück.

 

5. Nimm Dich selber nicht zu ernst.

Ja wie jetzt? Da schreib ich „nimm Dich selber nicht zu ernst“ in einem Artikel über mein ach so tolles Arbeitsethos. Was sich nach leichter Persönlichkeitsstörung anhört, hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich finde es gut und wichtig, sich selbst mit einem kleinen Augenzwinkern zu betrachten. Ich finde nichts selbstdemontierender, als jemand, der verbissen auftritt und nicht fähig ist, auch einmal über sich selbst und eigene Fehler zu lachen. Selbstironie hilft, mit den Füssen auf dem Boden zu bleiben … und im Team eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Und offen gesagt hat mir bisher noch nie ein anderes Teammitglied gesagt, ich würde zu oft Schmunzeln oder Lachen.

 

Lernen von den Großen – 6 Tipps zum Schutz Ihrer Daten

Großunternehmen folgen beim Schutz Ihrer Daten und Systeme einigen einfachen Prinzipien. Warum sich diese nicht abschauen, und – angepasst – selber anwenden …

 

1. Es gibt keinen 100%igen Schutz

Es ist jedem IT-Verantwortlichen klar, dass selbst bei den besten und innovativsten Schutzmaßnahmen immer ein Restrisiko bleibt. Unternehmen müssen immer die Balance halten zwischen sinnvoller Nutzung moderner IT-Lösungen und nicht beeinträchtigender Abschottung.

Also gehen kluge IT-Strategen grundsätzlich davon aus, dass ein erfolgreiches Eindringen durch Hacker nur eine Frage der Zeit ist. Man kann es maximal erschweren, verzögern, die Wahrscheinlichkeit reduzieren.

Dabei passiert etwas spannendes, wenn man sich vom üblichen Schutzwall-Denken löst und sich mit der Tatsache anfreundet, dass irgendwann einmal jemand auf der eigenen Platte herumstöbern wird. Die Sichtweise ändert sich.

Tipp: Gehen Sie ganz selbstverständlich davon aus, dass Ihr Rechner früher oder später gehackt werden wird.


2. Daten und Dateien nach Schutzwürdigkeit klassifizieren

Wenn ich sage, dass sich die Sichtweise ändert, dann meine ich, dass man anfängt seinen Daten und Dateien mit anderen Augen zu betrachten. Was kann ein Hacker ruhig sehen, wenn er denn dann mal bei mir drin ist, und was darf er auf keinen Fall in die Finger kriegen?

Moderne Unternehmen ordnen daher ihre Daten in gestaffelten Klassen. Von „public“ bis streng geheim. Das spannende ist, dass man dabei ein ganz anderes Bewusstsein für die eigenen Daten und Informationen bekommt. Was ist denn wirklich wichtig? Was könnte schaden und was nicht? Und wann und warum?

Im Privatleben könnte es Klassen geben wie „nur für mich“, „nur für die Familie“, „Freunde und Vereine“, „für jeden“. Beim Finden der persönlichen Schutzklassen helfen ein paar Fragen:

  • Was kann ruhig jeder sein? Was dürfte im Dorfklatsch behandelt werden?
  • Was habe ich ohnehin schon öffentlich (z.B. bei Facebook, Xing, LinkedIn, etc.)?
  • Was sollte nur für meine Familie sehen bzw. lesen?
  • Was könnte mir schaden?
  • Was geht keinen(!) etwas an? Was sollte ausschließlich unter meiner Kontrolle bleiben?

Tipp: Klassifizieren Sie Ihre Daten in 3-4 Stufen von „kann ruhig jeder sehen“ bis „das darf außer mir nie irgendjemand sehen“.


3. Konzentrieren Sie sich auf den Schutz der wirklich sensiblen Dinge

Im nächsten Schritt behandeln Großunternehmen Ihre Daten unterschiedlich, je nach Klassifizierung. Man könnte auch sagen, statt einem Schutzwall um alles, gibt es mehrere Verteidigungslinien mit unterschiedlicher Schutzhöhe.

So können weniger geheime Informationen und Dateien ruhig in einer durchschnittlich geschützten Arbeitsumgebung liegen. Und andere wiederum in stärker geschützten Bereichen mit begrenztem Zugang für ausgewählte Mitarbeiter.

Das können Sie privat auch mit einfachen Mitteln umsetzen. Zum Beispiel. Dateien, die eigentlich jeder sehen dürfte, können in einen Cloudspeicher. Daten mit Zugang für die Familie auf den PC oder in ein Heimnetzwerk. Schutzwürdige Dateien beispielsweise in ein Truecrypt-Volume, das nur bei Bedarf eingehängt wird. Und die ganz geheimen Sachen auf einen verschlüsselte, kennwortgeschützte externe Festplatte, die nur angeschlossen wird, wenn die Daten wirklich gebraucht werden..

Tipp: Schaffen Sie unterschiedliche Ablageplätze für Daten unterschiedlicher Schutzwürdigkeit, und gehen Sie da sehr konsequent mit um.


4. Vertrauliche Dateien nicht ständig verfügbar haben

Eine ganz einfache und in vielen Großunternehmen fest etablierte Strategie lautet, dass man besonders schutzwürdige und vertrauliche Daten nicht durchgängig verfügbar macht. Was nicht verfügbar ist, kann keiner klauen.

Warum müssen zum Beispiel Ihre Kontoauszüge oder Gesundheitsunterlagen permanent verfügbar auf Ihrer Festplatte herumlungern, wenn Sie diese ohnehin nur alle paar Monate einmal brauchen?

In der vorangegangenen Auflistung hatte ich schon Ablageplätze für besondere Daten aufgezählt, Truecrypt-Volumes und externe Festplatten, dazu kann man natürlich auch noch kennwortgeschützt USB-Sticks und andere Tools ergänzen, auf die man sensible Daten auslagern kann, bis man sie tatsächlich einmal braucht.

Tipp: Lagern Sie besonders schutzwürdige und vertrauliche Daten und Dateien auf externe oder quasi-externe Medien aus.


5. Keine sensiblen Daten in Clouddienste

Großunternehmen sind an diesem Punkt sehr restriktiv. Oft sind die Nutzung von Dropbox und Co. ausdrücklich untersagt und die entsprechenden Zugangsseiten in den Firewalls der Firmennetzwerke gesperrt. Aus guten Gründen.

Auch hierbei geht es um Bewusstsein. Wo man im privaten Alltag manchmal nachlässig seine Daten in einer bequemen Cloudlösung speichert („wird schon nichts passieren“), haben Unternehmen im geschäftlichen Einsatz ein geschärftes Bewusstsein. Das Problem ist, wenn etwas passiert, ist es nicht mehr rückgängig zu machen. Unternehmen wissen das. Davon kann man lernen.

Denn über in irgendeine Cloud ausgelagerte Daten gibt man seine informationelle Selbstbestimmung ab. Man hat faktisch keine umfassende Kontrolle mehr über diese Daten und Dateien. Nein, das ist nicht paranoid, sondern ist eine ganz reale Gefahr, wie diverse Ereignisse der letzten Zeit zeigen, bei denen Dummköpfe Nacktbilder von sich oder Kennwörter in Cloudlösungen ablegten und sich wunderten, als diese auf einmal ganz woanders auftauchten.

Tipp: Wenn Sie sich nicht schützen, macht es keiner. Niemals gehören sensiblen Daten in die Cloud.


6. Arbeiten Sie nur mit eingeschränkten Nutzerkonten

Ich hatte weiter oben schon erwähnt, dass Unternehmen sehr gerne mit unterschiedlichsten Nutzerrechten und -einschränkungen arbeiten. Klar macht das in diesem Umfeld Sinn, werden Sie denken, aber bei mir wäre das doch mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Ja … und Nein. Natürlich brauchen Sie keine exzessive Nutzerverwaltung wie die Großen. Aber etwas können Sie sich trotzdem abgucken.

Bei einer üblichen PC-Standardinstallation richtet Windows Ihnen automatisch ein Benutzerkonto mit recht umfangreichen Rechten ein. Ein (Quasi-)Administratorenkonto. Das bedeutet aber auch, dass jeder Hacker, jedes Virus und jedes Schadprogramm, die unbeachtet im Hintergrund unterwegs sind während Sie am Rechner arbeiten, dieselben Administratorenrechten haben. (ich bitte die Poweruser unter Ihnen um Nachsicht, dass ich hier stark vereinfache … mir geht es um das Grundprinzip)

Schlauer ist es unter Umständen, zwei Benutzerkonten zu haben, eines weiterhin als Administratorenkonto und ein zweites z.B. als „Hauptbenutzer“ mit weniger Rechten, welches Sie standardmäßig verwenden. Bei Bedarf – z.B. für die Installation einer neuen Software – kann man dann kurz in das Administratorenkonto gehen. Es macht jedenfalls keinen Sinn und ist ein unnötiges Risiko, im Alltag permanent als Admin unterwegs zu sein.

Tipp: Verwenden Sie zum Surfen und Arbeiten ein eingeschränktes Nutzerkonto, und nur bei Bedarf Administratorenrechte.

 

Sie sehen, 6 sehr einfache Wege, um die eigenen Daten sofort besser zu sichern. Großunternehmen machen uns vor, dass der beste Schutz ein bewusster Umgang mit den eigenen Daten und Dateien ist.

Sie haben es selbst in der Hand!

Good-bye Google! – Die Liste

Auf besonderen Wunsch poste ich diesen Nachtrag zum meinem „Good-bye Google!“ Artikel. Eine Liste von Quasi-Monopolisten, und wie ich sie bei mir ersetzt habe …

 

was wofür ersetzt mit …
Gmail mobile Email (IMAP) IMAP-Mailserver und Roundcube *
Gmail-Kontakte Kontakte auf mobilen Geräten nutzen und synchronisieren ownCloud *
Gmail-Kalender Termine auf mobilen Geräten nutzen und synchronisieren ownCloud *
Gmail-Aufgaben Aufgaben auf mobilen Geräten nutzen und synchronisieren ownCloud *
Bookmarks meine Bookmarks mobil nutzen und synchronisieren ownCloud (oder LimboMedia) *
OneNote, Evernote meine Notizen mobil nutzen und synchronisieren ownCloud (oder LimboMedia) *
Feedly Newsfeeds lesen Tiny Tiny RSS *
Drobbox, Google Drive Dateiablage in der Cloud, Dateien mit Freunden teilen ownCloud *
Picasa Online-Fotos, Fotos mit Freunden teilen ownCloud (oder LimboMedia) *
meine Musiksammlung mobil hören LimboMedia (oder ownCloud) *
meine Videos mobil sehen LimboMedia (oder ownCloud) *
mein eigenes Wiki mobil pflegen MediaWiki *
Google-Suche Internetsuche ixquick und Startpage
Amazon Bücher und eBooks online bestellen, Wunschzettel osiander.de
meine Passwörter unterwegs dabei securesafe.com (Schweiz)
Cloud-Backup regelmäßige Sicherungskopien meiner Daten rsync und BackInTime *
Android Smartphone Smartphone Blackberry mit IMAP-Mailzugriff, Whatsapp, Skype, ownCloud App, Limbomedia App, Tiny Tiny RSS App, Osiander App sowie allen von mir benötigten Android Apps via Snap

 * = auf meinem eigenen Cloudserver

 

To be continued …

Good-bye Google!

Es ist ein echtes Dilemma!G1314160

Einerseits traue ich Google & Co. nicht über den Weg (siehe beispielsweise früheren Blogbeitrag). Ich fühle mich nicht wohl, meine Termine, Adressen und Mails auf Servern abzulegen, die dann irgendwo auf der Welt liegen, wo irgendjemand damit machen kann, was er oder sie will, ohne dass ich das mitbekomme. Und selbst wenn ich Daten aus meinem Google- oder Facebook- oder Dropbox-Account lösche, und selber nicht mehr angezeigt bekomme, heißt dies nicht, dass sie wirklich gelöscht sind, und nicht doch noch als Kopie auf irgendeinem Server liegen. Was einmal raus ist in die Cloud, ist nicht wieder rückholbar. Faktisch gebe ich bei Nutzung von Gmail, Facebook, Dropbox, Picasa, etc. meine informationelle Selbstbestimmung auf.

Andererseits ist es so schön bequem mit den mobilen, überall synchronen Cloud-Daten. Ich habe Kalender und Adressen immer in der aktuellsten Version dabei, und kann mit jedem Gerät  Termine abgleichen oder neue Kontakte hinzufügen. Falls notwendig habe ich auch unterwegs Zugriff auf Mails und Feeds. Meine Urlaubsfotos sind immer mit dabei. Die aktuellste Geschäftspräsentation sowieso. Und ich lese meine abonnierten Medien wo ich gerade bin. Das ist schon schön und angenehm.

Ein Teufelskreis!

Also habe ich eine Lösung gesucht, die Bequemlichkeit weiter zu haben, ohne Anderen meine Daten zu schenken … und gefunden.

Ein eigener kleiner Cloudserver. Der kann genau dasselbe wie Gmail, Dropbox und Co., aber die Daten liegen bei mir zuhause und nicht bei Google auf Offshore-Servern in der rechtsfreien Zone internationaler Gewässer.

Linux-basiert – Ich habe einen alten Rechner genommen und Ubuntu LTS aufgespielt. Linux bringt von Hause aus bereits umfangreiche Sicherheitsfunktionen, wie Firewall oder Fail2ban mit. Der Server hat eine dynamische IP, wobei die jeweils aktuelle IP-Adresse vom Linuxtool ddclient zum Anbieter übertragen wird. Ports für Mail, HTTP und HTTPS habe ich im DSL-Router frei gegeben. SSL/HTTPS war schnell eingerichtet und aktiviert.

IMAP-Mailserver – Ich synchronisiere meine Mails per IMAP mit Android, Blackberry und Windows. Die freien Serveranwendungen Postfix und Dovecot bringen alles mit, was es braucht. Spamassassin, Amavisd, ClamAv und Postgrey sorgen für (lernfähigen) Spam- und Virenschutz. Fetchmail sammelt automatisch Mails aus verschiedenen Postfächern ein. ManageSieve sorgt für die automatische Sortierung von Mails in Themenordner (Thunderbird-Plugin verfügbar). Ich bin auch noch über eine alternative Gesamtlösung gestolpert – klar, nachdem ich meinen Mailserver von Hand eingerichtet hatte: iRedMail, kostet etwas, aber dafür hat man alles im Paket.

Webmail – Zusätzlich zu meinen Geräten habe ich weltweit Web-Zugriff auf meine Mails zuhause mit Hilfe des freien und ebenfalls mit Plugins erweiterbaren Webmailers Roundcube.

File-Cloud – Mobilen Zugriff auf meine Dateien und Dokumente habe ich mit ownCloud. Für ownCloud gibt es zahlreiche Plugins, um den Funktionsumfang individuell zu erweitern. Eine spannende Alternative und auf jeden Fall einen Versuch wert (v.a. als Einstieg) ist der Java-basierte LimboMedia Homeserver. Beide, ownCloud und LimboMedia, erlauben nutzeranhängigen Zugriff auf freigegebene Server-Verzeichnisse.

Sharen – ownCloud bietet zahlreiche Features zum Sharen mit der Welt oder mit bestimmten Gruppen (z.B. Familie).

Kontakte, Aufgaben und Kalender – … synchronisiere ich mit meinen Android-Geräten ebenfalls per ownCloud. Mein Blackberry dito. Thunderbird und Outlook ebenfalls. Im Prinzip können ownCloud Adressbücher und Kalender von jedem Tool oder Gerät genutzt werden, das CalDav/CardDav oder Webdav kann … und das sind immer mehr.

Groupware – Das freie Group-Office war auch schnell installiert. Group-Office erlaubt virtuelles Zusammenarbeiten im Team, bietet ebenfalls Filesharing, Kalender und Kontakte in der eigenen Cloud, und lässt sich nahtlos mit ownCloud verbinden. Alternativ lohnt sich ein Blick auf Citadel.

Eigene Bookmarks und Notizen – … managed und synchronisiert ownCloud (oder LimboMedia, oder Group-Office).

Eigene Bilder und Fotos unterwegs dabei – … managed und synchronisiert ownCloud (oder LimboMedia). Geschossene Fotos kann ich direkt in ownCloud hochladen, d.h. sie liegen kurz danach schon bei mir zuhause.

Eigene Musik unterwegs dabei – … managed und synchronisiert ownCloud (oder LimboMedia).

Eigene Videos unterwegs dabei – … managed und synchronisiert ownCloud (oder LimboMedia).

FeedsTiny Tiny RSS (auf meinen Server) hat bei mir Feedly abgelöst. Funktioniert absolut super, ich kann meine RSS-Feeds filtern, bündeln, neue individuelle erzeugen, etc.pp. Und Apps für Android und Blackberry gibt es auch. Zusätzlich feeded ein kleines Script den Inhalt bestimmter Mailboxen als RSS in Tiny Tiny RSS.

Wiki – Mein eigenes Wiki managed das installierte MediaWiki.

Sicherung/Backup – Mein kleiner aber feiner Cloud-Server macht jeden Abend bei mir zuhause ein Backup aller Daten, Mails, Kontakte, Termine, Aufgaben, Fotos, Dateien, etc.pp. … nur für mich.

 

Summa summarum habe ich mittlerweile völlig stressfrei Gmail, Dropbox, Google Drive, Picasa und Feedly abgelöst. Ich genieße denselben bequemen Funktionsumfang, aber meine Daten gehören weiter mir und liegen nur auf meinem Rechner. Selbst zum Suchen verwende ich mittlerweile Google immer weniger. Stattdessen ixquick oder die anonymisierte Googledaten-Suche Startpage. So kann ich stolz sagen: „mission accomplished“, good-bye Google!

Paranoiker könnten nun – nicht ganz unberechtigt – einwenden, dass jetzt bei mir alle Daten schön nett und mir zuordenbar auf einem großen Haufen liegen. Während sich die bösen Buben vorher die Daten erst einmal aus verschiedenen Quellen zusammensuchen und mit mir verknüpfen mussten, liegt jetzt alles brav gebündelt auf dem Präsentierteller … sollten sie meinen kleinen Cloud-Server hacken.

Nun, dem sei dann so. Letztendlich gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Und auch bei verstreuten Diensten ist alles automatisch verknüpft, wenn man beispielsweise überall seinen Google- oder Facebook-Account verwendet, um sich anzumelden („ups!“). Es ist für mich außerdem noch etwas anderes, ob jemand bei mir einbricht und stielt, oder ob ich der Panzerknackerbande meine Wertsachen zu treuen Händen selber frei Haus liefere.

Ich stelle mir gar nicht mehr die Frage, ob man Goggle oder Facebook vertrauen kann. Ich gehe davon aus, dass das, was technisch möglich ist, früher oder später offiziell oder inoffiziell auch getan werden wird. Was hippe innovative US-Unternehmen von gesetzlichen Einschränkungen und Verbraucherschutz halten, kann man aktuell im Fall Uber ganz lebendig verfolgen.

Die einzige Lösung ist, bewusst und sorgfältig mit den eigenen Daten und Dateien umzugehen. Das kann mir niemand abnehmen, auch kein Gesetzgeber. Selbst auf meinen eigenen Cloud-Server lade ich keine sensiblen Daten oder Dateien. Und Daten, die ich nicht mehr brauche, verschiebe ich regelmäßig von dort in mein Archiv ohne Internetzugang.

Bequemlichkeit ist verführerisch und sehr gefährlich. Der Schutz der eigenen Selbstbestimmung, Datenhoheit und letztlich Freiheit wiederum verlangen einen gewissen Aufwand und Mühe. Und manchmal eben auch, auf Bequemlichkeit zu verzichten.

Ein echtes Dilemma!

 


Zum weiterlesen …

 

Narzisstischer Chef – Was tun?

Jeder von uns kennt einen. Einige von uns hatten sogar schon einmal einen. Aber keiner wünscht sich einen. Einen narzisstischen Vorgesetzten.

Narzisstische Chefs sind nicht nur anstrengend und demotivierend, ihre Ergebnisse, Leistungen und Erfolge sind auch bekanntermaßen eher unterdurchschnittlich. Und sie handeln oft nicht so, wie es für das Team oder das Unternehmen gut wäre, sondern orientieren sich primär an der eigenen Außenwirkung und Erfolg.

Aber wie geht man mit so einem um, wenn man ihn sich gefangen hat?

Ist mein Chef ein Narziss?

Lassen Sie uns erst einmal klären, ob Sie tatsächlich Betroffener sind und in unsere kleine Selbsthilfegruppe gehören. Es ist common sense, dass sich narzisstische Manager durch eine Reihe von charakteristischen Eigenschaften auszeichnen:

  1. er hat ein übersteigertes Selbstbewusstsein  … OK, das ist relativ
  2. wirkt arrogant und selbstgefällig
  3. ist primär machtorientiert
  4. Schein ist ihm wichtiger als Sein
  5. Selbstkritik ist ihm fremd
  6. fällt nicht durch Mitgefühl auf
  7. dominiert Diskussionen
  8. kann keine Kompromisse
  9. macht andere regelmäßig klein
  10. sein Lieblingswort = „Ich“

Falls die meisten Punkte zutreffen, sind sie zumindest in der Risikogruppe. Dies heißt jetzt allerdings nicht, dass jeder Chef, den man darin wiedererkennen mag, zwangsläufig ein Narziss ist. Aber die Wahrscheinlichkeit ist deutlich erhöht.

Aber was tun, wenn mein Chef tatsächlich ein Narziss ist? Je nach Charakter gibt es unterschiedliche Ansätze …

Strategie 1 – Auf der Sachebene bleiben

Oh je. Netter Versuch. Es gibt nur ein Problem. Ihr narzisstischer Chef ist nie auf der Sachebene, dort werden Sie ihn nicht erreichen. Er ist in einem ganz anderen „Stockwerk“. Ihm geht nie um die Sache oder um Fakten, sondern immer ausschliesslich um sich selber. Fakten, die ihm dienen, nutzt er. Fakten, die ihm nicht nutzen, ignoriert oder leugnet er.

Strategie 2 – Ich erzieh‘ ihn mir

Das funktioniert schon mit nicht-narzisstischen Menschen nicht immer. Und mit einem Narziss überhaupt gar nicht. Sparen Sie sich zwangsläufigen Frust und Enttäuschung. Lernen setzt Lernbereitschaft und -willigkeit voraus. Und die hat der Narziss nicht. Er weiss und kann ja schon alles (zumindest geht er fest davon aus).

Strategie 3 – Auf sein Scheitern spekulieren

Manche lassen sich auf ein gewagtes Spiel ein. Sie gehen davon aus, dass früher oder später doch jemand erkennen müsse, dass Ihr Vorgesetzter nur ein Schaumschläger ist bzw. wer wirklich die Arbeit macht.

Das mag in einer idealen Welt so sein. Aber wir leben nicht in einer idealen Welt. Seien Sie sich bewusst, dass der Narziss ein Meister im Täuschen und in der Selbstdarstellung ist. Und er hat in der Regel bevorzugten wenn nicht sogar exklusiven Zugang zur nächsthöheren Entscheiderebene.

Im Windschatten des narzisstischen Chefs gibt es eigentlich nur Verlierer. Daher würde ich persönlich von dieser Strategie abraten.

Strategie 4 – Aussitzen

Warum nicht einen narzisstischen Chef aussitzen? Beispielsweise liegt in vielen großen Pharmaunternehmen die durchschnittliche Aufenthaltszeit eines Mittelmanagers in einer konkreten Position bei überschaubaren 2 Jahren. Und narzisstische Chefs sind ohnehin in der Regel Hubschrauber-Manager (fliegen ein, machen viel Wind, fliegen wieder aus). Früher oder später ist er also ohnehin wieder weg. In der Zwischenzeit macht man einfach seine  – also: Ihre und seine – Arbeit und geht dem Vorgesetzten weitestgehend aus dem Weg. Wegducken und Aussitzen.

Allerdings sollten Sie akzeptieren, dass im Fall von Misserfolgen und Problemen Sie schuld sein werden, während sich Ihr Chef Erfolge und Fortschritte an die eigene Brust heften wird. Sie haben die Arbeit, er kassiert die Lorbeeren. Wenn Sie damit umgehen können, kann Aussitzen eine mittelfristige Option sein.

Strategie 5 – Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht

Unter Abwägung wechselseitiger Vor- und Nachteile ist die sinnvollste Alternative zu einem narzisstischen Chef … ein neuer Job. Vor allem, wenn Sie lösungs- und erfolgsorientiert sind oder selber weiterkommen möchten. Oder beides.

Ja, ein Wechsel nervt, kostet Energie, bring Unruhe ins Leben … aber tut das der narzisstische Chef nicht auch? Der Unterschied ist: der Narziss zieht Sie runter, hält Sie klein und zurück … ein erfolgreicher Wechsel dagegen ist vorwärts gerichtet und hat das Potenzial, Sie weiterzubringen.

Warum also wertvolle Lebenszeit an einen zwangsläufig niedrigperformanten Vorgesetzten verschwenden statt etwas Besseres daraus zu machen? Warum Ihre Kraft und Leistung vergeuden? Nehmen Sie das Heft selbst in die Hand.

Fazit

Mittelfristig kann das Aussitzen eines narzisstischen Chefs eine Option sein.Wirklich zielführend und zufrieden stellend ist jedoch wohl nur ein proaktiver Stellenwechsel.

Egal für welche Strategie Sie sich persönlich entscheiden. Eines sollten Sie niemals tun … Ihren narzisstischen Chef infrage stellen. Selbst mit der konstruktivsten und diplomatischst formulierten Kritik können narzisstische Vorgesetzte nicht umgehen. Sie werden die unangenehme Erfahrung machen, dass Ihre positiven Ansätze persönlich genommen und als beleidigend empfunden werden. Denken Sie daran, narzisstische Chefs sind vor allem auf sich selber ausgerichtet und nicht auf die Sache.

 


 

P.S.: Sorry, meine Damen, aber es gibt leider auch narzisstische Managerinnen und Chefinnen. Wie Sie aber am vorangegangenen Satz leicht sehen konnten, habe ich mich (alleine) aus Gründen der besseren Lesbarkeit entschieden, auf textliches gender mainstreaming und equal mentioning zu verzichten. Die verwendete  maskuline Form sollte jedoch nicht als einseitig männliche Orientierung der Problematik fehlinterpretiert werden.

 


 

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