Wenn Medien die richtigen Fragen stellen …

Diese Frage …

„Wenn sowohl Covid-Doppelt-Geimpfte als auch -Geboosterte nach aktuellem Stand der Wissenschaft Andere zwar weniger anstecken können – aber beide Gruppen eben immer noch – wieso brauchen Geboosterte im Gegensatz zu Doppel-Geimpften keinen zusätzlichen Testnachweis?

habe ich aus meiner kürzlich veröffentlichten Liste „Welche Journalistenfragen ich 2021 vermisst habe“ wieder herausgenommen, da sie im Anschluss an die erste Ministerpräsidentenkonferenz im Januar 2022 tatsächlich (sinngemäß) von Ingo Zamperoni in den Tagesthemen gestellt wurde, und zwar an Franziska Giffey (Regierende OBM Berlin, aktuell stellvertretende Vorsitzende der MPK).

Die Antwort Frau Giffey’s war relativ selbstentlarvend … sie wirkte verunsichert und begründete mit stärkerem Eigenschutz vor der Infektion. Allerdings ist die offizielle Begründung des Maßnahmenpaketes eine andere, nämlich die Priorisierung des Fremdschutzes (= Übertragungen mit allen Mitteln verhindern). In diesem Kontext dürfte aber eine Unterscheidung der beiden Gruppen keinen Sinn machen (da beide noch übertragen können).

Frau Giffey’s Antwort ist auch dahingehend selbstentlarvend, dass der Verzicht auf die Testpflicht bei Geboosterten offensichtlich keinem wissenschaftlichen Ansatz folgt, sondern einem manipulativ volkserzieherischen. Es soll Druck zur Impfung aufgebaut werden. Das wird dann zwar „Motivation“ genannt, erinnert mich aber eher an „Motivationsschübe“ genannte Lenkmaßnahmen während meine Bundeswehrzeit.

Da die Menschen aber in der Regel weniger blöd sind als der ein oder die Andere denken mag, befürchte ich, dass solches Vorgehen die Akzeptanz tatsächlich nicht erhöhen wird, sondern potenziell alle Maßnahmen – auch die gerechtfertigten – diskreditiert und Verschwörungsfanatikern neues Futter gibt. In einer Demokratie sollte man sich immer die Frage stellen, ob ein konkretes Handeln hilft, Menschen von der (unwidersprochen) positiven Wirkung der Impfung zu überzeugen … oder eher nicht.

Hehre und gute Ziele rechtfertigen nicht dumme Maßnahmen. Und Politiker in Verantwortung sollten sich nicht als Kindergärtner verstehen, wenn sie selber ernst genommen werden wollen.

Jennifer Wilton hat das Ereignis in ihrem Kommentar in der WELT „Grundrechte einschränken, um ein Zeichen zu setzen? Das ist erschreckend!“ ebenfalls – aus einem zusätzlichen Blickwinkel – beschrieben.

Welche Journalistenfragen ich 2021 vermisst habe

Es gab im ausgehenden 2021 durchaus ein paar Fragen, von denen ich mir gewünscht hätte, dass sie von mehr Journalisten gestellt bzw. mit breiterer medialer Aufmerksamkeit behandelt worden wären.

Also, ich habe diese Fragen und finde mich von vielen klassischen Medien nicht gut bzw. nur eingeschränkt und unvollständig informiert. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Und natürlich hatte es Journalisten, welche diese Fragen stellten; diese aber eher in Nischen und nicht mit der erforderlichen Reichweite für einen echten gesellschaftlichen Diskurs.

  • Wieso verlassen im Jahr 2021 die meisten Abiturienten die Schule ohne Grundlagenwissen über Marktwirtschaft & Finanzanlagen, den Unterschied zwischen relativer & absoluter Häufigkeit sowie Wirkungsmechanismen des Impfens? (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel)
  • Wieso lamentieren Krankenkassen über gestiegene Ausgaben und notwendige Beitragserhöhungen, während sie zum Teil gleichzeitig wirkungslose homöopathische Behandlungen finanzieren?
  • Wenn wir „der Wissenschaft mehr folgen“ sollen, warum folgt Deutschland stattdessen störrisch einer blinden, irrationalen Anti-Atomkraft Ideologie, während sich nicht nur der Stand der Wissenschaft und Technologie fundamental weiterentwickelt haben, sondern auch die Berichte des Weltklimarates wiederholt die Kernenergie ausdrücklich als Übergangstechnologie empfehlen?
  • Wenn von allen Bürger erwartet wird, zugunsten des „Kampfes gegen den Klimawandel“ Opfer zu bringen und auf liebgewordenen Gewohnheiten zu verzichten … darf man es nicht auch von ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ erwarten, auf ihre altbackene, 40-Jahre-alte, ihnen so lieb gewordene pauschale Ablehnung der Kernenergie zu verzichten?
  • Übrigens, wieso wird die Empfehlung des Weltklimarates für die Kernenergie medial nicht stärker präsentiert? Wieso werden bei jedem neuen Bericht des Weltklimarates, vor allem mögliche Katastrophenszenarien herausgepickt und berichtet … und so gut wie nie die ebenfalls enthaltenen positiven Aspekte und ausgewogenen Betrachtungen? Wieso orientieren sich viele Medien vor allem an den Interpretationen des Berichtes durch radikalökologische Lobby- und Aktivistengruppen statt am eigentlichen Bericht selber?
  • Wieso hinterfragt niemand das Narrativ von der Tötungsmaschine Klimawandel, während der Bericht des Weltklimarates etwas anderes sagt, und zu einer in Summe positiven Bilanz kommt? (= Klimawandel wird weltweit Menschenleben retten als kosten)
  • Wieso werden in Medien mit größerer Reichweite wiederholt (und gefühlt wachsend) lobbyistische Aktivisten als „Fachexperten“ hinzugezogen und als solche referenziert? Wieso gibt es hier keine internen Qualitätskriterien und eine konsistente Überprüfung derselben?
  • Wieso bekommt eine radikale Splitter-Aktivistentruppe wie die ‚Deutsche Umwelthilfe‘ eine überproportionale mediale Aufmerksamkeit? (von denen schafft es gefühlt jeder Pups unreflektiert ins Heute-Journal)
  • Warum lassen sich gestandene erwachsene Menschen und demokratisch legitimierte Verantwortungsträger von einer aggressiven Spätpubertären (Greta T.), die selber nie die Verantwortung für Konsequenzen tragen muss, bei einer Podiumsdiskussion öffentlich beschimpfen und vorführen?
  • Warum schenken deutsche Medien dem Youtuber Rezo wiederholt eine breite mediale Aufmerksamkeit und tragen damit kostenlos zur Aufwertung seiner „Marke“ bei, obwohl er nur eine von tausenden von völlig überbewerteten, halbwissen-glänzenden Youtube-Heißluftpistolen ist, die behaupten für ihre Generation zu sprechen?
  • Wieso werden Pläne der EU-Kommission im Rahmen ihres „Fit for 55“-Programmes nicht medial breiter betrachtet, welche nach heutigem Stand dazu führen werden, dass Hausbesitzer ab 2025 nur noch Wärmepumpen als Heizsystem verbaut werden dürfen (also auch vorhandene Gas/Pellet/Öl-Bestandsheizungen nicht mehr erneuert werden dürfen)? Wieso werden die zunehmenden Übergriffigkeiten einer supranationalen Institution, die sich nicht dem Grundgesetz und den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet sieht, nicht medial mehr kritisch betrachtet und diskutiert?
  • Wieso widerspricht niemand dem Narrativ der höheren Verkehrssicherheit durch generelle Geschwindigkeitsbeschränkungen (z.B. auf Autobahnen), obwohl Daten/Fakten etwas anderes sagen?
  • Wieso wird von Demonstranten gegen Regierungsmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung erwartet, dass sie sich von gewaltbereiten und die bundesrepublikanische Grundordnung ablehnenden Elementen in ihren Reihen distanzieren bzw. am Besten gleich auf ihr Demonstrationsrecht verzichten und „zu Hause bleiben“ … aber nicht von ‚Fridays for Future‘ und vielen linkspositionierten Demonstrationen, die am selben Problem der Infiltration und Missbrauchs durch Extremisten und Gewalttäter bzw. mangelnder Abgrenzung zu diesen leiden?
  • Wie konnte es passieren, dass ausgerechnet ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ sich zur aktiv diskriminierensten Partei der Bundesrepublik Deutschland entwickelt haben? (Reduktion von Menschen auf Hautfarbe, Alter und Geschlecht)
  • Wieso wird die grüne Hybris des Weltrettungsauftrages journalistisch/medial nicht kritischer und intensiver hinterfragt, vor dem Hintergrund, dass 86% der Wähler ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ und ihre Politik nicht gewählt haben?
  • Wieso verursachen Aussagen wie „wo wir (…) an die Schalthebel der Macht kommen, werden wir nicht mehr verhandeln“ und „wir (…) haben einen klaren Auftrag, der größer ist als unser Ergebnis“ keinen medialen Aufschrei? Wie wäre die Reaktion gewesen, wenn die Aussage von Alexander Gauland oder Björn Höcke gekommen wäre … und nicht wie tatsächlich von Sandra Detzer, Landeschefin der Grünen in Baden-Württemberg, und Britta Haßelmann, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, nach der Bundestagswahl 2021?
  • Wieso fühle ich mich nach Formulierung der vorangegangenen Frage verpflichtet, richtigzustellen, dass ich persönlich definitiv kein Sympathisant von Alexander Gauland bin? (und von Herrn Höcke schon gar nicht!)
  • Wie kann es sein, dass Deutschland nach 2-Jahren Corona immer noch über keine echte Pandemie-Strategie verfügt? Wie kann es sein, dass sich die politisch Verantwortlichen heute – genauso wie am Anfang von 2 Jahren – von Woche zu Woche ohne echten Plan durchhangeln?
  • Wie könnte man den Menschen verständlich machen, dass das politische Versagen der Verantwortlichen, keine konsistente und langfristige Pandemie-Strategie hinzukriegen, von den Bürgern durch wiederholte Einschränkungen ihrer Grundrechte bezahlt werden muss?
  • Wieso lässt man den politisch Verantwortlichen nach 2 Jahren Pandemie und Wissenszuwachs die Ausrede durchgehen, dass man immer noch nicht langfristig planen könne?
  • Wieso waren zu Ostern Serienflüge in geschlossenen Stahlröhren nach Malle erlaubt … aber Gottesdienste in großräumigen Kirchen zum zentralen Fest der Christenheit nicht?
  • Wieso sind nach über 2 Jahren(!) Pandemie die Gesundheitsämter immer noch nicht digitalisiert, obwohl, dies bereits sehr früh als Flaschenhals identifiziert wurde?
  • Wenn Doppel-Geimpfte bereits nach 3 Monaten einen zusätzliche Test für Restaurantbesuche brauchen, weil die Impfung nicht mehr vollständig schütze … durch welche wissenschaftlichen Daten ist diese Freiheitseinschränkung ausreichend gerechtfertigt? … widerspricht dies der Datenlage der Impfstoff-Zulassung? … verlängert die Booster-Impfung den Impfschutz dann ebenfalls nur um 3 Monate? … braucht es dann zukünftig eine Auffrischungsimpfung pro Quartal?
  • Wieso sollen die Menschen davon ausgehen, dass die politisch Verantwortlichen, den „Kampf gegen den Klimawandel“ und die „Energiewende“ besser managen würden, obwohl diese Aufgabe exponentiell komplexer ist als eine Pandemie-Strategie, die sie nicht auf die Reihe kriegen?
  • Mein persönliches Highlight dieses Jahres: Wie zum Henker konnte jemand Heiko Maas zum Außenminister machen?
  • Last not least … mein persönlicher Evergreen: Was bitte ist diese „Zivilgesellschaft“, von der alle reden? Und wie unterscheidet sie sich von der ’normalen‘ Gesellschaft?

Ich will für das kommende 2022 die Hoffnung nicht aufgeben, dass die journalistische Qualität sich zum besseren entwickelt, und diese Fragen (sowie wie viele andere) stärker gestellt werden.

Welche Fragen hätten Ihrer Meinung nach mehr gestellt werden sollen?

Armageddon in Chemnitz

Folgt man aktuellen Medienberichten und den Aussagen einzelner Bundespolitiker, dann geht es in Chemnitz momentan um nichts anderes als die biblische Endzeitschlacht zwischen Gut und Böse, Armageddon.

Schaue ich mir dagegen die Bilder von dort an und folge den Tweets der Beteiligten, dann komme ich eher zu dem Eindruck, dass in Dresden momentan nicht die Guten gegen die Bösen kämpfen, sondern gewaltbereite linke Idioten gegen gewaltbereite rechte Idioten.

Höre ich mir die Aussagen und Interviews der verantwortlichen Landespolitiker an, dann komme ich eher zu dem Eindruck, dass der Mut und Rückgrat fehlen zur klaren Kante, deutlichen Bekenntnissen. Stattdessen laues Rumgeeier um Wähler nicht zu verprellen, die nie Wähler sein werden.

Höre ich mir die interviewenden Journalisten an, dann habe ich eher den Eindruck, dass Landespolitikern die Verantwortung für ein gesamtgesellschaftliches Versagen untergeschoben werden soll. Und dass es mehr um betroffenheitsschwangere Skandalisierung geht als um lösungsorientieres Aufarbeiten.

Höre ich die Anklagen über die ‚rechten Sachsen‘, dann bin ich geschockt und frustriert über die pauschale Stigmatisierung und das Versagen der Zivilgesellschaft, eine differenzierten und vielfältigen Diskussionskultur zu erlauben. Wenn jeder, der nicht links ist, immer wieder gesagt bekommt, dass er rechtsaußen wäre, dann glaubt und akzeptiert er das irgendwann.

Höre ich die Forderungen nach dem Aufstehen der Zivilgesellschaft gegen den rechtsextremen Mob, dann frage ich mich, welche „Zivilgesellschaft“ denn damit gemeint ist? Wer sich denn dazu zählen darf? Wer als Mitglied dieser „Zivilgesellschaft“ vollumfänglich qualifiziert und anerkannt ist? Ob ‚rechte‘ aber nicht rechtsradikale Sachsen nicht auch zu der angerufenen Zivilgesellschaft gehören, oder ob sie draußen bleiben müssen? Oder ob die Vorstellung von „Zivilgesellschaft“ auf akzeptierbare Schubladen begrenzt sein könnte?

Schaue und höre ich nach Chemnitz, dann denke ich, dass es tatsächlich keine ‚Seite‘ gibt, zu der ich gehören und von der ich mich vereinnahmen lassen will.

Doch, halt! Ich bin bei denen, die Mitleid haben mit der Familie und den Freunden des Getöteten, bei denen die jede Instrumentalisierung des individuellen Leids abstößt, bei denen die Menschen mit allen(!) ihren Sorgen – ob berechtigt oder nicht – ernst nehmen und nicht nicht stigmatisieren.

Das ist nicht mein Armageddon.

 

Siehe auch …

„Die Zivilgesellschaft meidet Chemnitz aus guten Gründen“ von Don Alfonso in der WELT v. 29. August 2018

Gedanken eines desillusionierten CDU-Mitglieds

Die CDU war immer meine politische Heimat.

Lange Zeit ohne formale Zugehörigkeit. Später auch als Mitglied. Und dann einige Jahre als lokal-kommunal Engagierter.

 

Aber schon seit längerem fühle mich in der Bundespolitik meiner Partei nicht mehr zuhause, habe mich schleichend innerlich von der Bundesebene distanziert.

Angefangen hat es vor vielen Jahren mit „Fremdgehen“ bei der Europawahl. Weil ich die Ansätze der CDU in Richtung eines europäischen Bundesstaates nicht mittragen konnte. OK, zugegeben, es war auch guter Schuss Trotzverhalten dabei, gegen aus meiner Sicht politische Fehlentwicklungen in der Bundespartei. Eine Art schadensbegrenzter, heimlicher Protest. Und in Gesprächen merkte ich, dass ich nicht der Einzige war.

Heute gebe ich aus Verbundenheit dem lokalen CDU-Kandidaten noch meine Stimme. Aber die Partei CDU, meine Partei, wähle ich schon seit langem nicht mehr. Bei der Zweitstimme hat mich die CDU verloren.

 

Dabei bin ich bezüglich ihrer „DNS“, ihrer Grundüberzeugungen, richtig bei der CDU. Im Verständnis von einer ausgewogenen Balance zwischen individueller Freiheit und Beitrag für die Gemeinschaft, von sozialer Marktwirtschaft, von innerer und äußerer Sicherheit, von der Identifikation mit dem eigenen Land und einer Verantwortung für Europa.

 

Aber in der Umsetzung stimmt es für mich nicht mehr. Ehemalige konservative Kernpositionen der CDU, wegen derer ich auch in die CDU eintrat und zu denen ich weiter stehe, sind in den Jahren der Kanzlerschaft schleichend entschwunden.

  • Ich bin für Europa aber gegen einen europäischen Superstaat.
  • Ich bin für den Euro. Aber stark enttäuscht, wie willig Stabilitätskriterien aufgegeben wurden.
  • Ich bin der Meinung, dass jeder seine Rechnungen selber bezahlen sollte bzw. gegen die Vergemeinschaftung von Schulden.
  • Ich bin für die Wehrpflicht.
  • Ich bin für einen höheren Wehretat, um es der Bundeswehr zu ermöglichen, ihre umfangreichen und wichtigen Aufgaben professionell, mit optimaler Ausrüstung und mit Würde zu erfüllen.
  • Ich für Atomkraft. Ich bin gegen die Verspargelung der Landschaft.
  • Ich bin für die Freiheit, die persönliche Erfüllung in der gleichgeschlechtlichen Liebe finden zu dürfen. Aber ich bin gegen die Ehe für alle.
  • Ich bin dafür, dass Männer und Frauen bei gleicher Qualifikation die gleichen Chancen haben. Aber ich bin gegen Frauenquoten.
  • Ich bin für einen starken Rechtsstaat und eine konsequente innere Sicherheit.
  • Ich für die Einhaltung des Rechts, gerade auch in Ausnahme- und Notsituationen.
  • Ich bin für die Aufnahme Schutzbedürftiger, aber nicht der Ansicht, dass jeder aus einem Land mit niedrigerem Lebensstandard als dem deutschen schutzbedürftig ist.
  • Ich bin für den kontrollierten Zugang zu unserem Land, auch von Schutzbedürftigen. Und ich bin der Meinung, dass Grenzen durchaus geschützt werden können.
  • Ich bin für das individuelle Grundrecht aus Asyl, aber gegen eine massenhafte, kollektive Anwendung.
  • Ich bin gegen den Doppelpass.
  • Ich bin für eine deutsche Leitkultur, in dem Sinne wie sie einst von Thomas de Maizière vorgeschlagen wurde (bevor die Idee verleumdet und das Wort zum Kampfbegriff wurde).
  • Ich bin der Überzeugung, dass keine Politik alternativlos ist.

Und das sind nur die Themen, die mir auf die Schnelle einfallen. Alles ehemalige CDU Positionen, die inzwischen entweder in die Tonne getreten, weichgespült oder in CDU-Verantwortung gegenteilig umgesetzt wurden.

 

Oder die CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerin ignorierte einfach CDU-Parteitagsbeschlüsse im Rahmen ihrer „Realpolitik“. Sie ist nicht die Erste, die das macht … aber das macht es auch nicht besser.

Ich weiß, dass eine Partei sich nicht auf Grundüberzeugungen ausruhen darf. Sie muss auch gewählt werden, um umsetzen zu können. Dass es ein Balanceakt ist, Wahlen zu gewinnen, ohne seine Prinzipien zu verraten.

Mir persönlich kommt es allerdings so vor, als wäre genau diese Balance nicht mehr im Lot. Als ginge es in der CDU fast nur noch darum, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt. Im Zweifel für die Wählbarkeit. Inhalte und Überzeugungen scheinen real überfahren werden von der angeblichen „Alternativlosigkeit“ der Bundesvorsitzenden.

Mich irritiert auch die anscheinend völligen Blindheit gegenüber der Tatsache, dass sich seit Jahren mehr und mehr vormals treue CDU Anhänger abwenden. In der Analyse nach Wahlen werden regelmäßig Wechselwählergewinne schön geredet, aber die Wahlabstinenz oder der Verlust von Stammwählern geflissentlich ignoriert. Welch fataler Fehler.

 

An dieser Stelle kommt oft und nicht ganz unberechtigt der Einwand, dass ich mich selber mehr engagieren könnte, mich einbringen und die Ausrichtung der CDU aktiv mitgestalten. Na klar könnte ich das. Allein … es fehlt mir der Glaube.

Wenn ich sehe, dass gestandene Politprofis auf dem Bundesparteitag und im Bundesvorstand hörig jeden inhaltlichen Bruch durchwinken, dass offizielle Parteitagsbeschlüsse unwidersprochen übergangen werden, dann fehlt mir die Überzeugung, dass ausgerechnet mein bescheidenerer Beitrag etwas ändern sollte.

Ich hätte auch ernsthafte Probleme, als Aktiver die CDU Politik nach Außen zu vertreten. Beispielsweise an einem Parteistand in der Diskussion mit den Bürgern die Politik meiner Partei zu verteidigen oder zu erklären. Wie könnte ich das, wenn ich selber in der Breite überhaupt nicht dazu stehe.

 

Alternativen?

SPD … warum sollte ich mich dem Original zuwenden, wenn ich die Kopie nicht mag.

Der FDP stände ich wirtschaftspolitisch sehr nahe. Aber die pseudoreligiöse Überbetonung der persönlichen Freiheit geht mir in Teilen definitiv zu weit.

Die Grünen sind gut in der Problembenennung. Aber viele ihrer Problemlösungen sind aus meiner Sicht definitiv die falschen. Und unregelmäßige bevormundende, ökofundamentalistische Ausbrüche stoßen mich ab.

Der krakeelende Chaotenhaufen der AfD ist für mich unwählbar. Dito die LINKE. Ist für mich alles dieselbe schale Soße.

 

Ich bin heute vor allem wegen der Menschen dort noch Mitglied der CDU. Menschen, die ich schätzen lernen durfte. Sie halten mich weiter in der Partei, mit ihnen fühle ich mich verbunden. Es sind Menschen wie Volker Bouffier, Wolfgang Schäuble, Wolfgang Bosbach, Thomas de Maizière, Roland Koch, Friedrich Merz, und darüber hinaus viele öffentlich Unbekannte, mit denen ich die Freude hatte, politisch zusammen zu arbeiten.

Aber ich befürchte, sagen zu müssen, dass ich mich sehne nach der Zeit nach Angela Merkel.

 


Respektlosigkeiten

Aus gegebenem Anlass.

Nicht muslimische Flüchtlinge und Einwanderer aus anderen Kulturen sind das Problem! Sondern wir selber …

  • Der heilige Nikolaus wird vom colageilen „Santa“ abgelöst.
  • Weihnachtsgrüsse zu „Season-Greetings“.
  • Advents- und Weihnachtsmärkte werden in „Wintermärkte“ umbenannt.
  • Den ersten Glühwein auf dem „Wintermarkt“ kippen wir uns schon am Totensonntag hinter die Binde.
  • Der nachdenkliche und geschützte Karsamstag wird zum „Party-Ostersamstag“.
  • Ostern schleicht sich zum „Hasenfest“ und zur Urlaubsfluchtsaison.
  • Pfingsten gerade noch gut für ein verlängertes Ballermann-Wochenende.
  • Himmelfahrt ist mittlerweile der alkoholgetränkte „Vatertag“.
  • Fronleichnam ein merkwürdiges Folklorefest im süddeutschen Raum.
  • St. Martins Tag wird zum „Lichterumzug“ oder „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“.
  • Reformationstag und Allerheiligen werden vom völlig inhaltsentleerten und konsumgetriebenen Neophyten Halloween überrollt.
  • Andererseits… wenigstens unterbricht der Halloween-Sale den mittlerweile bereits Ende August startenden Weihnachtslebkuchen-Ejaculatio-Praecox.
  • Christliche Symbole werden von Abbildungen christlicher Gebäude auf Lebensmittelverpackungen wegretouschiert.
  • Das christliche Kreuz aus Schulen und Kindergärten verbannt.
  • Pegida-Proleten beschmutzen den Namen Jesu Christi mit ihrem abstoßenden Christliches-Abendland-retten-Gegröhle.
  • Und so weiter …
  • Und so fort …

 

Wie können wir von Zuwanderern Respekt für unsere Kultur, Bräuche und vorhandene Religion erwarten, wenn wir es selber nicht tun?

 

In welcher Gesellschaft will ich leben

Ich habe schon seit längerem zwei konkrete Erwartungshaltungen an Politik und Gesellschaft in Deutschland.

Ersten möchte ich, dass jeder, der zu uns kommt – egal ob als Asylbewerber, Flüchtling oder Zuwanderer – und der sich in einer offenen Gesellschaft mit Freiheit und Selbstbestimmung ein neues Leben aufbauen will, dass der (oder die) bei uns bleiben kann und ausdrücklich geschützt wird.

Bin ich deshalb links?

Zweitens erwarte ich, dass jeder Zuwanderer, der auch nur im Ansatz …

  • in Worten oder Taten gegen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung agiert,
  • gegen bei uns geltenden Gesetz, Regeln und Verhaltensnormen verstößt, oder
  • von sich aus keine deutliche Bereitschaft zeigt, sich aktiv in die deutsche Gesellschaft und den herrschenden Kultur- und Wertekonsens zu integrieren

unser Land sofort und ohne Umwege zu verlassen hat.

Bin ich deshalb rechts?

Nach den letzte Tagen, mit einer Serie von enthemmten Gewalttaten Nizza, Würzburg, Reutlingen, Ansbach und Saint-Étienne-du-Rouvray, wird mir eines klar. Es gibt ein gemeinsames Muster. Die Gewalt geht von Menschen aus, die offensichtlich das Leben in einer offenen, freiheitlichen, vielfältigen Gesellschaft ablehnen und nicht schätzen. (München ist für mich ein anderer Fall, und deshalb werfe ich ihn bewusst nicht in denselben Topf)

Mit wird auch klar, dass die Grenze in diesen Tagen nicht verläuft zwischen Einheimische und Zuwanderern, Deutschen und Nichtdeutschen, Islam oder Christentum, Gläubigen und Atheisten, rechts und links, Orient und Okzident.

Nein, die Grenze in diesen Tagen verläuft zwischen Freiheitsliebenden und Totalitären.

Da gibt es auf der einen Seite …

  • „eingeborene“ Deutsche die ihr Leben in Frieden und Freiheit führen wollen
  • Flüchtlinge und Zuwanderer, die sich mit eigener Kraft und voller Freude ein neues Leben in einer offenen Gesellschaft aufbauen wollen

Und es gibt …

  • islamistische Betonköpfe
  • rechte Proleten
  • linke Radikale
  • Gewalt, Intoleranz, Totalitarismus, Hass, Mobbing

Wird sind in einem Kampf zwischen Menschen guten Willens und autoritären Fanatikern unterschiedlichster Couleur, zwischen Menschen, die den Frieden schätzen, und Gewaltfetischisten. Und dabei ist es für mich vollkommen egal, ob die gewaltbereiten Totalitären islamistisch sind, oder rechts, oder links, dumm oder intelligent. In ihrer Gewaltbereitschaft, Intoleranz und Fanatismus sind sie vereint und stehen gegen die Gesellschaft, die ich liebe und in der ich mich wohlfühle.

Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie und Frieden sind nicht selbstverständlich, Die Form der Gesellschaft, in der wir leben ist nicht selbstverständlich. Entwicklungen gehen nicht zwangsläufig zum Besseren. Freiheit wurde unter Menschen noch nie geschenkt, sondern musste immer erkämpft und verteidigt werden. Das sind einerseits Binsenweisheiten, bei deren Aufzählung die meisten brav nicken … und doch ist uns die Konsequenz daraus oft nicht wirklich bewusst.

Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie und Frieden müssen verteidigt werden, jeden einzelnen Tag. Sonst haben wir sie nicht verdient. Wir gehe spannenden Zeiten entgegen. Gehen wir es an!

 


 

Siehe auch …

Fakten über die Welt der Zukunft

KI bleibt seit 40 Jahren ein leeres Versprechen (ich meine echte KI und keine schnellrechnenden Spielemaschinen).
Roboter im täglichen Leben werden seit 60 Jahren angekündigt … „aber jetzt wirklich!“.
Unsere Mobilität ist dieselbe wie seit 130 Jahren.
Wir lesen seit 300 Jahren dieselben Schundromane.
Wir tragen seit 1.500 Jahren dieselben Klamotten.
Wir hocken seit 3.000 Jahren auf denselben Stühlen.
Wir haben Angst im Dunkeln, wie seit 10.000 Jahren.

Facebook hat unsere Kommunikation verändert … wirklich?
Kennt noch jemand Second Life? Ehemals „die“ grosse gesellschaftliche, kommunikative, lebensverändernde Revolution?

Industrie 2.0 … 4.0 … … aber Führungskultur, Managementstil und Strukturen sind in vielen Unternehmen dieselben wie seit mindestens 100 Jahren?

Was hat sich WIRKLICH verändert?