Wenn Medien die richtigen Fragen stellen …

Diese Frage …

„Wenn sowohl Covid-Doppelt-Geimpfte als auch -Geboosterte nach aktuellem Stand der Wissenschaft Andere zwar weniger anstecken können – aber beide Gruppen eben immer noch – wieso brauchen Geboosterte im Gegensatz zu Doppel-Geimpften keinen zusätzlichen Testnachweis?

habe ich aus meiner kürzlich veröffentlichten Liste „Welche Journalistenfragen ich 2021 vermisst habe“ wieder herausgenommen, da sie im Anschluss an die erste Ministerpräsidentenkonferenz im Januar 2022 tatsächlich (sinngemäß) von Ingo Zamperoni in den Tagesthemen gestellt wurde, und zwar an Franziska Giffey (Regierende OBM Berlin, aktuell stellvertretende Vorsitzende der MPK).

Die Antwort Frau Giffey’s war relativ selbstentlarvend … sie wirkte verunsichert und begründete mit stärkerem Eigenschutz vor der Infektion. Allerdings ist die offizielle Begründung des Maßnahmenpaketes eine andere, nämlich die Priorisierung des Fremdschutzes (= Übertragungen mit allen Mitteln verhindern). In diesem Kontext dürfte aber eine Unterscheidung der beiden Gruppen keinen Sinn machen (da beide noch übertragen können).

Frau Giffey’s Antwort ist auch dahingehend selbstentlarvend, dass der Verzicht auf die Testpflicht bei Geboosterten offensichtlich keinem wissenschaftlichen Ansatz folgt, sondern einem manipulativ volkserzieherischen. Es soll Druck zur Impfung aufgebaut werden. Das wird dann zwar „Motivation“ genannt, erinnert mich aber eher an „Motivationsschübe“ genannte Lenkmaßnahmen während meine Bundeswehrzeit.

Da die Menschen aber in der Regel weniger blöd sind als der ein oder die Andere denken mag, befürchte ich, dass solches Vorgehen die Akzeptanz tatsächlich nicht erhöhen wird, sondern potenziell alle Maßnahmen – auch die gerechtfertigten – diskreditiert und Verschwörungsfanatikern neues Futter gibt. In einer Demokratie sollte man sich immer die Frage stellen, ob ein konkretes Handeln hilft, Menschen von der (unwidersprochen) positiven Wirkung der Impfung zu überzeugen … oder eher nicht.

Hehre und gute Ziele rechtfertigen nicht dumme Maßnahmen. Und Politiker in Verantwortung sollten sich nicht als Kindergärtner verstehen, wenn sie selber ernst genommen werden wollen.

Jennifer Wilton hat das Ereignis in ihrem Kommentar in der WELT „Grundrechte einschränken, um ein Zeichen zu setzen? Das ist erschreckend!“ ebenfalls – aus einem zusätzlichen Blickwinkel – beschrieben.

Welche Journalistenfragen ich 2021 vermisst habe

Es gab im ausgehenden 2021 durchaus ein paar Fragen, von denen ich mir gewünscht hätte, dass sie von mehr Journalisten gestellt bzw. mit breiterer medialer Aufmerksamkeit behandelt worden wären.

Also, ich habe diese Fragen und finde mich von vielen klassischen Medien nicht gut bzw. nur eingeschränkt und unvollständig informiert. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Und natürlich hatte es Journalisten, welche diese Fragen stellten; diese aber eher in Nischen und nicht mit der erforderlichen Reichweite für einen echten gesellschaftlichen Diskurs.

  • Wieso verlassen im Jahr 2021 die meisten Abiturienten die Schule ohne Grundlagenwissen über Marktwirtschaft & Finanzanlagen, den Unterschied zwischen relativer & absoluter Häufigkeit sowie Wirkungsmechanismen des Impfens? (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel)
  • Wieso lamentieren Krankenkassen über gestiegene Ausgaben und notwendige Beitragserhöhungen, während sie zum Teil gleichzeitig wirkungslose homöopathische Behandlungen finanzieren?
  • Wenn wir „der Wissenschaft mehr folgen“ sollen, warum folgt Deutschland stattdessen störrisch einer blinden, irrationalen Anti-Atomkraft Ideologie, während sich nicht nur der Stand der Wissenschaft und Technologie fundamental weiterentwickelt haben, sondern auch die Berichte des Weltklimarates wiederholt die Kernenergie ausdrücklich als Übergangstechnologie empfehlen?
  • Wenn von allen Bürger erwartet wird, zugunsten des „Kampfes gegen den Klimawandel“ Opfer zu bringen und auf liebgewordenen Gewohnheiten zu verzichten … darf man es nicht auch von ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ erwarten, auf ihre altbackene, 40-Jahre-alte, ihnen so lieb gewordene pauschale Ablehnung der Kernenergie zu verzichten?
  • Übrigens, wieso wird die Empfehlung des Weltklimarates für die Kernenergie medial nicht stärker präsentiert? Wieso werden bei jedem neuen Bericht des Weltklimarates, vor allem mögliche Katastrophenszenarien herausgepickt und berichtet … und so gut wie nie die ebenfalls enthaltenen positiven Aspekte und ausgewogenen Betrachtungen? Wieso orientieren sich viele Medien vor allem an den Interpretationen des Berichtes durch radikalökologische Lobby- und Aktivistengruppen statt am eigentlichen Bericht selber?
  • Wieso hinterfragt niemand das Narrativ von der Tötungsmaschine Klimawandel, während der Bericht des Weltklimarates etwas anderes sagt, und zu einer in Summe positiven Bilanz kommt? (= Klimawandel wird weltweit Menschenleben retten als kosten)
  • Wieso werden in Medien mit größerer Reichweite wiederholt (und gefühlt wachsend) lobbyistische Aktivisten als „Fachexperten“ hinzugezogen und als solche referenziert? Wieso gibt es hier keine internen Qualitätskriterien und eine konsistente Überprüfung derselben?
  • Wieso bekommt eine radikale Splitter-Aktivistentruppe wie die ‚Deutsche Umwelthilfe‘ eine überproportionale mediale Aufmerksamkeit? (von denen schafft es gefühlt jeder Pups unreflektiert ins Heute-Journal)
  • Warum lassen sich gestandene erwachsene Menschen und demokratisch legitimierte Verantwortungsträger von einer aggressiven Spätpubertären (Greta T.), die selber nie die Verantwortung für Konsequenzen tragen muss, bei einer Podiumsdiskussion öffentlich beschimpfen und vorführen?
  • Warum schenken deutsche Medien dem Youtuber Rezo wiederholt eine breite mediale Aufmerksamkeit und tragen damit kostenlos zur Aufwertung seiner „Marke“ bei, obwohl er nur eine von tausenden von völlig überbewerteten, halbwissen-glänzenden Youtube-Heißluftpistolen ist, die behaupten für ihre Generation zu sprechen?
  • Wieso werden Pläne der EU-Kommission im Rahmen ihres „Fit for 55“-Programmes nicht medial breiter betrachtet, welche nach heutigem Stand dazu führen werden, dass Hausbesitzer ab 2025 nur noch Wärmepumpen als Heizsystem verbaut werden dürfen (also auch vorhandene Gas/Pellet/Öl-Bestandsheizungen nicht mehr erneuert werden dürfen)? Wieso werden die zunehmenden Übergriffigkeiten einer supranationalen Institution, die sich nicht dem Grundgesetz und den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet sieht, nicht medial mehr kritisch betrachtet und diskutiert?
  • Wieso widerspricht niemand dem Narrativ der höheren Verkehrssicherheit durch generelle Geschwindigkeitsbeschränkungen (z.B. auf Autobahnen), obwohl Daten/Fakten etwas anderes sagen?
  • Wieso wird von Demonstranten gegen Regierungsmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung erwartet, dass sie sich von gewaltbereiten und die bundesrepublikanische Grundordnung ablehnenden Elementen in ihren Reihen distanzieren bzw. am Besten gleich auf ihr Demonstrationsrecht verzichten und „zu Hause bleiben“ … aber nicht von ‚Fridays for Future‘ und vielen linkspositionierten Demonstrationen, die am selben Problem der Infiltration und Missbrauchs durch Extremisten und Gewalttäter bzw. mangelnder Abgrenzung zu diesen leiden?
  • Wie konnte es passieren, dass ausgerechnet ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ sich zur aktiv diskriminierensten Partei der Bundesrepublik Deutschland entwickelt haben? (Reduktion von Menschen auf Hautfarbe, Alter und Geschlecht)
  • Wieso wird die grüne Hybris des Weltrettungsauftrages journalistisch/medial nicht kritischer und intensiver hinterfragt, vor dem Hintergrund, dass 86% der Wähler ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ und ihre Politik nicht gewählt haben?
  • Wieso verursachen Aussagen wie „wo wir (…) an die Schalthebel der Macht kommen, werden wir nicht mehr verhandeln“ und „wir (…) haben einen klaren Auftrag, der größer ist als unser Ergebnis“ keinen medialen Aufschrei? Wie wäre die Reaktion gewesen, wenn die Aussage von Alexander Gauland oder Björn Höcke gekommen wäre … und nicht wie tatsächlich von Sandra Detzer, Landeschefin der Grünen in Baden-Württemberg, und Britta Haßelmann, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, nach der Bundestagswahl 2021?
  • Wieso fühle ich mich nach Formulierung der vorangegangenen Frage verpflichtet, richtigzustellen, dass ich persönlich definitiv kein Sympathisant von Alexander Gauland bin? (und von Herrn Höcke schon gar nicht!)
  • Wie kann es sein, dass Deutschland nach 2-Jahren Corona immer noch über keine echte Pandemie-Strategie verfügt? Wie kann es sein, dass sich die politisch Verantwortlichen heute – genauso wie am Anfang von 2 Jahren – von Woche zu Woche ohne echten Plan durchhangeln?
  • Wie könnte man den Menschen verständlich machen, dass das politische Versagen der Verantwortlichen, keine konsistente und langfristige Pandemie-Strategie hinzukriegen, von den Bürgern durch wiederholte Einschränkungen ihrer Grundrechte bezahlt werden muss?
  • Wieso lässt man den politisch Verantwortlichen nach 2 Jahren Pandemie und Wissenszuwachs die Ausrede durchgehen, dass man immer noch nicht langfristig planen könne?
  • Wieso waren zu Ostern Serienflüge in geschlossenen Stahlröhren nach Malle erlaubt … aber Gottesdienste in großräumigen Kirchen zum zentralen Fest der Christenheit nicht?
  • Wieso sind nach über 2 Jahren(!) Pandemie die Gesundheitsämter immer noch nicht digitalisiert, obwohl, dies bereits sehr früh als Flaschenhals identifiziert wurde?
  • Wenn Doppel-Geimpfte bereits nach 3 Monaten einen zusätzliche Test für Restaurantbesuche brauchen, weil die Impfung nicht mehr vollständig schütze … durch welche wissenschaftlichen Daten ist diese Freiheitseinschränkung ausreichend gerechtfertigt? … widerspricht dies der Datenlage der Impfstoff-Zulassung? … verlängert die Booster-Impfung den Impfschutz dann ebenfalls nur um 3 Monate? … braucht es dann zukünftig eine Auffrischungsimpfung pro Quartal?
  • Wieso sollen die Menschen davon ausgehen, dass die politisch Verantwortlichen, den „Kampf gegen den Klimawandel“ und die „Energiewende“ besser managen würden, obwohl diese Aufgabe exponentiell komplexer ist als eine Pandemie-Strategie, die sie nicht auf die Reihe kriegen?
  • Mein persönliches Highlight dieses Jahres: Wie zum Henker konnte jemand Heiko Maas zum Außenminister machen?
  • Last not least … mein persönlicher Evergreen: Was bitte ist diese „Zivilgesellschaft“, von der alle reden? Und wie unterscheidet sie sich von der ’normalen‘ Gesellschaft?

Ich will für das kommende 2022 die Hoffnung nicht aufgeben, dass die journalistische Qualität sich zum besseren entwickelt, und diese Fragen (sowie wie viele andere) stärker gestellt werden.

Welche Fragen hätten Ihrer Meinung nach mehr gestellt werden sollen?

Mediale Altersdiskriminierung

Ist es Ihnen auch aufgefallen? Als die Nachricht durch die Medien ging, dass Friedrich Merz von der Basis als neuer CDU Vorsitzender nominiert wurde, wurde (gefühlt) in jedem Beitrag sein Alter thematisiert. Nach dem Motto, „kann ein 66-Jähriger eine Partei erneuern“ oder „die Chance vertan, jemanden Junges ranzulassen“.

Geht es nur mir so, dass ich das als krasse Altersdiskriminierung empfinde? Und eine indiskutable Einengung eines Menschen auf sein Alter. Das Ausleben des Klischees, dass Junge besser wären (in was auch immer).

Wir sind ja dieser Tage alle so unglaublich divers. Sei es kultureller Hintergrund, Hautfarbe, Religion, sexuelle Neigung, Geschlecht, Musikgeschmack und so weiter und so fort.

Außer … beim Alter. Das ist das Bewusstsein für Diversität noch nicht angekommen.

Nun bin ich selber irgendwo dazwischen. Für die Jungen schon alt, für die Alten noch ein Jungspund. Ist halt auch eine Frage der Perspektive. Aber ich deklariere mich hier mal als selbst (noch) nicht Betroffener.

Deswegen kann ich unbetroffen sagen, dass ich nicht überzeugt bin und nicht die Erfahrung gemacht habe, dass geistige Beweglichkeit, Veränderungswille und -kraft oder Ergebniserreichung eine Frage des Alters wären. Dafür habe ich über die Jahre zu viele Junge beobachtet, die in festen Denkmustern gefangen waren, die sich an einen – manchmal als deklamatorisch ‚progressiv‘ getarnten – Status quo festklammerten und ihre Energie aufgrund fehlender Erfahrung in unnötigen Aktivitäten verbrieten. Während die ‚Älteren‘ oft früher und deutlicher erkannt hatten, was notwendig war, getan zu werden … und geringere körperliche Leistungsfähigkeit durch Erfahrung, Effizienz und Effektivität mehr als wett machen konnten. Geistige Trägheit und fehlende Innovationskraft finden sich bei Individuen allen Altersklassen, genauso wie Energie, Veränderungswille und Zielerreichung bei Individuen in allen Altersklassen.

Nein, das Herumreiten auf Friedrich Merz‘ Alter ist zu billig. Alter ist kein Manko. Wohin es führt, wenn man eine junge Heißkiste ranlässt, haben wir gerade in Österreich gesehen. Jünger ist nicht zwangläufig besser. 6X ist ohnehin das neue 5X.

Nein, die CDU hat endlich wieder jemanden, der zumindest das Potenzial hat, einen innovativen und kraftvollen Konservativismus wiederzubeleben. Und die CDU durch eine Rückverschiebung nach rechts endlich wieder in die Mitte zu bringen.

Armageddon in Chemnitz

Folgt man aktuellen Medienberichten und den Aussagen einzelner Bundespolitiker, dann geht es in Chemnitz momentan um nichts anderes als die biblische Endzeitschlacht zwischen Gut und Böse, Armageddon.

Schaue ich mir dagegen die Bilder von dort an und folge den Tweets der Beteiligten, dann komme ich eher zu dem Eindruck, dass in Dresden momentan nicht die Guten gegen die Bösen kämpfen, sondern gewaltbereite linke Idioten gegen gewaltbereite rechte Idioten.

Höre ich mir die Aussagen und Interviews der verantwortlichen Landespolitiker an, dann komme ich eher zu dem Eindruck, dass der Mut und Rückgrat fehlen zur klaren Kante, deutlichen Bekenntnissen. Stattdessen laues Rumgeeier um Wähler nicht zu verprellen, die nie Wähler sein werden.

Höre ich mir die interviewenden Journalisten an, dann habe ich eher den Eindruck, dass Landespolitikern die Verantwortung für ein gesamtgesellschaftliches Versagen untergeschoben werden soll. Und dass es mehr um betroffenheitsschwangere Skandalisierung geht als um lösungsorientieres Aufarbeiten.

Höre ich die Anklagen über die ‚rechten Sachsen‘, dann bin ich geschockt und frustriert über die pauschale Stigmatisierung und das Versagen der Zivilgesellschaft, eine differenzierten und vielfältigen Diskussionskultur zu erlauben. Wenn jeder, der nicht links ist, immer wieder gesagt bekommt, dass er rechtsaußen wäre, dann glaubt und akzeptiert er das irgendwann.

Höre ich die Forderungen nach dem Aufstehen der Zivilgesellschaft gegen den rechtsextremen Mob, dann frage ich mich, welche „Zivilgesellschaft“ denn damit gemeint ist? Wer sich denn dazu zählen darf? Wer als Mitglied dieser „Zivilgesellschaft“ vollumfänglich qualifiziert und anerkannt ist? Ob ‚rechte‘ aber nicht rechtsradikale Sachsen nicht auch zu der angerufenen Zivilgesellschaft gehören, oder ob sie draußen bleiben müssen? Oder ob die Vorstellung von „Zivilgesellschaft“ auf akzeptierbare Schubladen begrenzt sein könnte?

Schaue und höre ich nach Chemnitz, dann denke ich, dass es tatsächlich keine ‚Seite‘ gibt, zu der ich gehören und von der ich mich vereinnahmen lassen will.

Doch, halt! Ich bin bei denen, die Mitleid haben mit der Familie und den Freunden des Getöteten, bei denen die jede Instrumentalisierung des individuellen Leids abstößt, bei denen die Menschen mit allen(!) ihren Sorgen – ob berechtigt oder nicht – ernst nehmen und nicht nicht stigmatisieren.

Das ist nicht mein Armageddon.

 

Siehe auch …

„Die Zivilgesellschaft meidet Chemnitz aus guten Gründen“ von Don Alfonso in der WELT v. 29. August 2018

Sag beim Abschied leise „Servus“

Ich habe mich entschlossen, demnächst meinen Facebook Account zu löschen.

Ich sehe keinen Sinn mehr darin, meine persönlichen Daten weiterhin in die Hände eines selbstbezogenen Jungmilliardär-Nerds zu legen, der mir relativ beratungs- und lernresistent erscheint und bisher nicht durch besonderes Verantwortungsbewusstsein auffiel. Die Tatsache, dass man zukünftig für eine Selbstverständlichkeit, nämlich erhöhte Datensicherheit, zahlen soll (nichts andere ist ein „kostenpflichtiger werbefreier Account“), ist heute quasi der letzte Tropfen.

Darüber hinaus konnte Facebook mir offen gesagt in >10 Jahren Mitgliedschaft nichts geben, was ich nicht in der Realität eh (besser) habe.

Außerdem bin ich in bester Gesellschaft.

Winke Winke

Ich bin an zahlreichen anderen Orten im Netz (zum Beispiel hier) sowie im echten Leben ebenfalls sehr gut erreichbar.

Wer sich mir anschließen möchte, schaue hier …
Wie Sie Mark Zuckerberg den Rücken kehren

In diesem Sinne …
Servus Facebook, …
Hasta la vista, Salut, Ciao, Adé, Tschö mit ö!

In Essen ums Essen … und um Essen herum

Der Vorstand der ‚Tafel‘ in der Stadt Essen hat eine Entscheidung getroffen, die durch Politik und manche Medienvertreter kritisiert wird.

Dabei vermisse ich offen gesagt den gebührenden Respekt.

 

Ich möchte dezent daran erinnern, dass die Engagierten bei der ‚Essener Tafel‘ (genauso wie bei jeder einzelnen ‚Tafel‘ bundesweit) …

  1. Ehrenamtliche sind
  2. die sich persönlich und unentgeltlich in ihrer Freizeit engagieren
  3. und die sich jeden Tag real der sozialen Not stellen, über die sich Andere in Talk-Shows oder Kommentaren – mit vielen schlauen Worten aber weit weg – auslassen

Wenn ein solche sozial engagierte Ehrenamtliche aus der Not heraus eine schwierige aber notwendige Entscheidung treffen, dann sollte das meiner Meinung nach Unterstützung und Hilfe auslösen, und keine Elfenbeindiskussionen.

 

Die „großen Politik“ in der Berliner Blase der „großen Politik“ drückt sich vor schwierigen und notwendigen Entscheidungen bzw. wiederholt reflexartig ausgeleierte Gutmenschen-Phrasen

Aber zeigt mit dem Finger auf die Menschen, die mit Ihren Händen jeden Tag real helfen und Entscheidungen treffen müssen. Und feuern dabei auch noch unbewusst linksfaschistische Fanatiker an, welche Vertreter der Essener Tafel persönlich angehen und Sachbeschädigungen begehen.

 

Siehe auch …

 


Falls Sie die ‚Tafeln‘ nicht kennen, es handelt sich um lokale Vereine engagierter Ehrenamtlicher, die abends abgelaufene Lebensmittel in Supermärkten oder Bäckereien abholen, und am nächsten Tag an Bedürftige verteilen.

Bitte unterstützen Sie die ‚Tafeln‘ bzw. Ihre ‚Tafel‘ vor Ort!

 

Blasen-Gedöns

Wenn ich das Unwort des Jahres 2017 aussuchen dürfte, wäre meine Wahl klar: „Filterblase“.

Was für ein hohler, nichtssagender Begriff. Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen …

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In der ‚Filterblase‘ sind immer die Anderen

Das Sein in der „Filterblase“ wird in der Regel denjenigen zugeschrieben, die eine andere Meinung haben. Es ist mittlerweile vor allem ein Kampfbegriff. Eine Killerphrase.

Dabei sitzen Menschen, die Andere in einer „Filterblase“ sehen, oft selber in einer.

Denn …

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Jeder sitzt in seiner ‚Filterblase‘

AfD-Wähler, SPD-Mitglieder, Berliner Spitzenpolitiker, Parteivolkzugehörige, Greenpeace-Jünger, Technik-Freaks, Spitzenmanager, Biobauern, Fussballspieler, Gottesdienstbesucher, Netflix-Abonnenten, Tagesthemen-Schauer, Angestellte im öffentlichen Dienst, Freiberufler, Sportschau-Gucker, Arte-Seher, Lehrer, Schüler, …

Alles „Filterblasen“!

Parallelrealitäten, mit jeweils eigenen Gesprächsthemen, Informationsquellen und Wertesystemen. Natürlich auch mit ‚Grenzgängern‘ und teilweise Überlappungen.

Jeder Schüler, der morgens in der Schule und nachmittags Zuhause in zwei verschiedenen Welten lebt, weiß sofort, wovon ich rede. Bei Wissenschaftlern spricht man schon immer vom „Elfenbeinturm“, der nichts anderes ist als eine „Filterblase“. Die Menschen in meinem Heimatdorf wohnen in einer anderen Welt mit anderen Themen, Werten und Interpretationen als die Menschen in Berlin-Kreuzberg. Beide leben in Deutschland, beide leben in ihren eigenen „Filterblasen“. Schon immer.

Denn …

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‚Filterblasen‘ hat es schon immer gegeben

Irgendwie scheinen „Filterblasen“ als neues Phänomen des digitalen Lebens gehypt zu werden. Sind sie aber nicht. Wie die oben genannten Beispiele zeigen, leben Menschen auch außerhalb von Internet und Social Media in „Filterblasen“. Haben sie immer schon getan.

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Also … „Filterblase“? … so what!

Der Fake-News-Check

Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?
5. Der Fake-News-Check

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Der letzte Teil der Miniserie ‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘ ist eine Checkliste mit deren Hilfe man mögliche Fake News, Hoaxes und moderne Sagen erkennen kann.

Wenn eine Meldung 4 oder mehr Kriterien erfüllt, ist sie mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Fake News.

Merkmal Ja!
Ich lese die Nachricht in Social Media (z.B. Facebook).
Es wird aufgefordert, die Nachricht zu teilen/weiter zu verbreiten.
Die Nachricht warnt vor irgendetwas.
Die Nachricht stellt überspitzt dar.
Die Nachricht ist emotional geschrieben/verfasst.
Die Nachricht macht mich wütend bzw. regt mich auf.
Die Nachricht verwendet Allgemeinplätze.
Formulierungen sind schwammig oder widersprüchlich.
Die Nachricht ist meinungsstark oder bezieht eindeutig Position.
(aber nicht als Kommentar oder Glosse markiert)
Die Nachricht unterscheidet klar gut/böse und ist wenig differenziert.
Der Charakter von Personen wird „kritisch“ betrachtet.
Es wird eine Geheimorganisation oder eine alles kontrollierende Gruppierung erwähnt.
Datum der Nachricht nicht aktuell oder kein Datum angegeben.
Fehlen Beweise/Belege für einzelne Behauptungen.
Es wird keine Quelle für enthaltene Informationen angegeben.
Wenn ich auf das Link zur Quelle klicke lande ich woanders.
Bei der angegeben Quelle findet sich die Nachricht/Information nicht.
Die angegebene Quelle existiert nicht.
Behauptungen lassen sich nicht verifizieren.
Die Nachricht wird von staatlich kontrollierten Medien verbreitet
(z.B. RussiaToday).
Die  Quelle hat kein Impressum.
Die Nachricht findet sich nur bei einer Quelle
(bzw. bei nahe verwandten Medien)
Bilder passen nicht zum Text.
Bilder sind geklaut und/oder zeigen eigentlich etwas anderes.
Die Nachricht ist bei mimikama.at gelistet.
Der Domainname der URL (Webadresse) passt irgendwie nicht.
Ich habe das Gefühl, dass irgendetwas mit der Nachricht nicht stimmt.

 


Websites, die Fake News listen …

 

„Avenidas“ von Eugen Gomringer

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

Eugen Gomringer

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Deutsche Übersetzung:

„Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer“

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Warum?

Darum: Berliner Alice-Salomon-Hochschule entfernt Gedicht von Fassade 

8 schnelle Tricks für die tägliche Nachrichtenlektüre (Miniserie ‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘)

Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?
4. Die Quelle

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Das bekommt man immer wieder um die Ohren geschlagen …

Man – möge – doch – bitte – die Quelle(n) prüfen.

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Nur … leichter gesagt als getan!

Soll ich wirklich jedes Mal losrennen und gegenprüfen, ob eine Nachricht oder Information aus einer seriösen Quelle stammt?

Kann ich das? Will ich das?

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Für Profis

… wie Journalisten, professionelle Rechercheure und Analysten gehört eine intensive Quellenprüfung tatsächlich zur täglichen Routine (sollte es zumindest). Wie das Checken der Instrumente vor dem Abflug eines Flugzeuges. Lästig, aber muss halt, wenn man Wert auf Zuverlässigkeit und Qualität legt.

Dabei werden Informationen kritisch hinterfragt und gegengeprüft …

  • Sind enthaltene Kerninformationen plausibel? Kann ein ein Ereignis zu dem genannten Datum überhaupt stattgefunden haben, oder können genannte Personen tatsächlich zum Datum am genannten Ort gewesen sein, etc.
  • Gibt es nur eine einzige Quelle für die Information/Nachricht, oder wird sie durch unterschiedliche Quellen bestätigt?
  • Und ist die Information in den unterschiedlichen Quellen konsistent? Falls es Abweichungen gibt, welche … und warum?
  • Falls es mehrere Quellen gibt, sind diese wirklich unabhängig voneinander, oder hat am Ende nur einer vom anderen abgekupfert?
  • Kann jemand die Nachricht persönlich bestätigen? Ein Beteiligter, ein Zeuge, ein Vertreter einer genannten Institution? Ist diese Person glaubwürdig?
  • Und so weiter und so fort …

Ganz wichtig ist für den Profi auch die Frage „qui bono?; also, wer einen Nutzen von der Streuung der Information/Nachricht zum aktuellen Zeitpunkt haben könnte. Und ob es eine Verbindung zwischen möglichen Nutznießern und der Quelle gibt. Oft sehr erhellend.

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Für meine täglichen Nachrichtenlektüre

… geht das natürlich zu weit. Ich will ja entspannt lesen.

Aber ein paar einfache Dinge gibt es schon, auf die ich achte

  1. Meine Grundeinstellung. Ich mache mir bewusst, dass es keine absolut neutrale Quelle gibt. Ich gehe pauschal davon aus, dass jede Nachricht/Information eine Interpretation enthält.
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  2. Ignoriere Facebook & Co. Soziale Medien eignen sich grundsätzlich nicht als zuverlässige Informationsquellen. Punkt. Leider vermischen sich dort gute Informationen mit einem grossen Haufen Mist. Und es ist wirklich schwierig beides sauber auseinander zu halten.
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  3. Breit informieren. Je nach Zeit und Möglichkeit lese bzw. konsumiere ich unterschiedliche Nachrichtenquellen. Tageszeitung, Wochenzeitung, verschiedene Newsportale, Radiosender und TV-Nachrichtensendungen, und wenn es sich ergibt auch mal gerne eine englischsprachige Zeitung oder Nachrichtensendung gegen den Binnenblick.
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  4. Taucht dieselbe Nachricht bei mehrere seriösen Quellen auf? Lese ich eine Information tagsüber in meiner Zeitungs-App, höre sie später im Radio und sehe sie am Abend in den Nachrichten, schreibe ich ihr eine höherer Zuverlässigkeit zu.
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  5. Was ist die Schnittmenge? Ich achte darauf, wie dieselbe Nachricht in unterschiedlichen Quellen formuliert wird und was trotz unterschiedlicher Interpretation und Schwerpunktsetzung der gemeinsame Kern ist? Welche Informationen sind trotz unterschiedlicher Interpretationen konsistent und immer enthalten?
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  6. Wie ist eine Nachricht geschrieben? Ich achte darauf, wie eine Nachricht verfasst ist. Welche Sprache wird verwendet? Werden einseitig besetzte Begriffe eingesetzt? Ist die Nachricht emotional formuliert (siehe ‚3. Wut‘)? Will sie mich aufregen, mich wütend machen? Gibt es eine „mythische Gruppe“ (siehe ‚1. Die mythische Gruppe‚)? Werden Behauptungen aufgestellt aber nicht bewiesen (siehe ‚2. Beweislastumkehr‚)?
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  7. Keine staatlich kontrollierten/beeinflussten Medien. Haben Informationen von ARD, ZDF, der WELT, der Süddeutschen oder DIE ZEIT für mich einen höherer Stellenwert als beispielsweise von RussiaToday und anderen staatlich kontrollierten Medien.
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  8. Fähigkeit zur Selbstkritik. Für mich haben Nachrichten und Informationen aus Quellen, die Fehler zugeben, eine höhere Wertigkeit. Spricht auch eher für die ARD als für RT.

Und immer wieder: cui bono? …!

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